Löwentriathlon - wenn Schmerz ein Gesicht bekommt

Ja wo soll man da nur anfangen? Am Besten vorne... beim Schwimmen oder noch davor. Es ist soweit, mein erster Triathlon nach der OP. Der Fuß, zwickt immer mal wieder aber für 5 km, sollte es heute doch ausreichen. Die Anmeldung für heute erfolgte ebenfalls spontan nach Absprache mit dem Painmaster, wie ich liebevoll meinen Trainer getauft habe. Ich möchte schlichtweg testen, was bisher schon drin ist. Meine Vorbereitungen für heute liefen bestens. Nicht ein Mal in den Neo gequetscht seit Zell am See und Miss Perfekt lediglich am Vortag zum Biergarten probegefahren, fühle ich mich top motiviert. Nachdem ich alle Cuts im Neo beim reinquetschen erneut begrüßt habe, tauche ich mal eben im See unter, um die Wasserqualität zu testen. Es wurde mir ordentlich Botanik im See versprochen. Man hat es definitiv gut mit uns gemeint. Ich sehe nichts, aber das kennt man ja ohnehin als Brillenträger. Die Uhr zeigt mir, dass ich mich mal an den Start schwingen sollte. Ich fummel an meiner Multisport Uhr um sie in Position zu bringen und stelle erschrocken fest, dass ich keine Triathlon Funktion mehr besitze. Ist das ein Zeichen? Will mir die Uhr 7 Minuten vor Start sagen "lass es?!" Leicht panisch renne ich durch das Starterfeld und halte Ausschau nach Fenix 3 Besitzern, die mir sicherlich besser meine Uhr einstellen können, als ich ohne Brille. Gesucht, gefunden, trotzdem kein Profil. Die Uhr weigert sich strickt. Ich stelle die Uhr auf "Radfahren" ein. So habe ich wenigstens Wattzahlen. Dann kann es ja los gehen...

 

Unkraut jäten unter Wasser

 

Countdown und los. In Gedanken in Zell am See und der Wahnsinnszeit im Neo, komme ich heute nicht in die Gänge. Nichts erinnert an schnell. Die Arme mehr lahm, die Technik für den Hintern, komme ich nicht recht vorwärts. Vor mir Füße unter mir Botanik, die mich zeitweise im Gesicht kitzelt. Bei jeder Armbewegung schmeiße ich nicht nur mit der Brühe umher, sondern gleich mit Unkraut. Beim Luftholen stelle ich fest, dass auch geschmacklich das Grünzeug nichts taugt. Es nervt halt, dafür konstant. Ein bisschen wie ich :-D Nach einer leicht enttäuschenden Zeit von 10:35 Minuten, torkele ich vollkommen abgekämpft aus dem Wasser.  Rad suchen und raus aus der Wechselzone. Auf dem Rad mosert die Uhr: kein Watt. Ach, das auch nicht.. zickig heute, was? während ich die Schuhe anziehe, versuche zu treten, Luft zu holen und zu lenken, drücke ich entnervt auf der Uhr rum. Geschafft, wenigstens die Wattzahl wird angezeigt. Die fängt auch gleich an mich auf den Boden der Tatsachen zu holen. Im Training trete ich deutlich mehr. Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass ich ja schon schwimmen war und es bestimmt besser wird. Es geht Bergauf, Bergab und in scharfe Kurven. Jetzt macht es sich bemerkbar, dass ich Miss Perfect nie gefahren bin in diesem Jahr. Ich bin viel zu unsicher auf dem Rad. Am Ende schaffe ich einen knapp 30er Schnitt. Auch hier hatte ich gehofft, schneller zu sein.

 

Ein Bild - Eine Aussage: SCHMERZ

 

Wieder in die Wechselzone. Kein Platz mehr für mein Rad, ich lehne es irgendwo in der Nähe meiner Laufschuhe an. Meine Uhr stellt sich auf Autopause, weil ich stehe. Ich bin mittlerweile mehr als genervt und überlege noch, ob ich jetzt einfach das Profil auf "Laufen" stelle. Aber meine Uhr braucht zu lange zum abspeichern und das versaut mir noch mehr Zeit, also entschließe ich mich nach jeden km auf "lap" zu drücken und wenigstens eine ungefähre Angabe meiner Rundenzeiten zu haben. Ich hechte los. Bei 30 Grad bin ich froh, dass die Laufstrecke durch den Wald und viel Schatten geht. Nachdem ich bei der Verpflegung durch bin, wird mir schmerzlich bewusst, dass hier keine km ausgezeichnet werden. Ich habe keine Ahnung wie schnell ich laufe und bin mehr und mehr am keuchen. Nicht in der Lage einen Gang raus zu nehmen und vermutlich viel zu schnell. Ich will einfach ins Ziel und mich hinlegen für den Rest des Tages. Das einzige, was mir durch den Kopf geistert, wann bin ich endlich da? Und wie weit bin ich schon gelaufen? Gefolgt von: hatte mir das wirklich mal Spaß gemacht? Nach einer gefühlten Ewigkeit und bestimmt nur noch 200 Metern zum Ziel werde ich langsam überholt. Ich schaffe es noch den Menschen neben mir mit letzter Kraft zu Fragen: "wieeehhh waaait noch?!" von ihm ein lockeres "etwas über einen km noch". So das wars, ich muss gehen.... dieser eine Satz hat mir den Rest gegeben. Ich sammle mich gedanklich und versuche mich zusammenzureißen. Ist ja nur noch ein km. Da ist es, das Ziel. Durch...Zeit 1:22:00 und ich fand mich nicht sonderlich fix.

Kaum da, will ich nur eins: ein Sauerstoffzelt, Ruhe und viel Wasser...was bekomme ich? Ein Foto, ein Bild, das Schmerz nicht besser beschreiben kann. Besten dank auch :-D Am Ende bleibt Platz 2 AK und der Gewinn für den Neuwied Triathlon in der Sprint Distanz. Gar nicht mal so schlecht für den Start in die Saison.

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