BARMER Charity Tour 2017

Die Tour gehörte letztes Jahr zu meinen absoluten Highlights. Daher steht für mich ganz klar fest, dass ich dieses Jahr auch wieder dabei sein werde. Mit mir starten ebenfalls wieder Kiki und Markus. Vor einem Jahr musste ich beide noch überreden. Dieses Jahr steht von vornherein fest, dass wir fahren. Helmut versorgt seit Mai alle Teilnehmer mit den aktuellen Infos und macht die Organisation wie im Jahr zuvor, hervorragend. Thomas fährt regelmäßig Teilstrecken der Tour nach Wetzlar ab und muss dabei leider unzählige Stücke Kuchen zur Stärkung verdrücken. Der arme Mann, was der alles auf sich nimmt :-D Am Mittwoch vor der Tour findet das Briefing statt. Ich sehe weder Markus noch Kiki. Beide kommen leider doch nicht mit. Zum Glück gibt es aber noch um die 70 anderen Teilnehmer, die sicherlich für genügend Spaß sorgen werden. Beim Briefing wird mir das erste Mal das Ausmaß so richtig bewusst. Die Strecke geht eben nicht flach und locker durch NRW, wie nach Wesel. Thomas hat uns ein paar Berge gesucht, damit uns nicht langweilig wird. Danke Thomas! Auf dem Hinweg sind ca. 170 km und 1300 Höhenmeter zu bewältigen. Die Berge zentrieren sich allerdings nur auf ein kleines Teilstück, der Rest ist flach. Sprich 50 km beißen, den Rest rollen. Zurück geht es ca. 160 km und 1400 Höhenmeter durch die Lande. Bei dem angepeilten Schnitt von 24 km/h muss ich in mich gehen. Aber wie immer: es wird schon irgendwie gehen. Und wenn nicht, hat Ulle mir schon auf einer vorherigen Ausfahrt prophezeit, dass ich ja immer noch um die Wette mit dem Besenwagen fahren kann. Auch das kann ja eine persönliche Herausforderung sein :-D

 

Wenn der Fürst lädt

 

Samstag Morgen treffen wir uns alle froh und munter am Landgrabenweg, wo wir unser Gepäck in den Transportern verstauen. Das alles geschieht bei lauter Musik, ansagen von Helmut durchs Mikro und jeder Menge gequassel durch die Teilnehmer. Nach ein paar Fotos teilen wir uns in Gruppen auf. Je Gruppe haben wir dieses mal drei Guides, die uns den Weg zeigen und uns zur rechten Formation anweisen. Diese bestehen aus 1er oder 2er Reihe, Pick, Herz, Karo oder Kreuz fände ich allerdings auch interessant. Vorweg fahren Biker der Bundepolizei, die auf uns aufpassen. Das ganze gleicht ein wenig Hirtenhunden, die Ihre Herde beisammen halten. Auf dem Weg zum Schloss Sayn und dem Fürsten samt Gemahlin fahre ich neben Elke. Schnell beginnt das gequassel in der Runde und wir beide stellen fest, dass wir einen riesen Respekt vor den Anstiegen haben. Auf unserer ersten Pause beim Fürsten, wo wir Brötchen und Nussecken verdrücken, erklärt uns der Fürst, was es mit dem Park auf sich hat und vor allem, dass hier Radfahrer nicht gerne gesehen sind. Wir sind also die einzigen, die er eingeladen hat und duldet :-D Nach einer kurzen ziemlich amüsanten Ansprache geht es für uns weiter.  

 

Die Berge kommen

 

Der nächste halt ist in Rehe auf dem Werksgelände von Abus, die  uns die nächste Verpflegung stellen und eine Überraschung für uns haben. Also flux ein paar Berge rauf und runter und schon gibt es die Belohnung. Mit dem flux, das dachte ich mir so... es ist eher ein langsames trampeln. Mit jedem Berg motiviere ich mich, dass es vermutlich der letzte gewesen ist. Nur noch 10 km, dann gibt es Futter. Wie sich so 10 km ziehen können. Unfassbar. Neben mir leidet Thomas K. (nicht zu verwechseln mit dem Kuchen-Thomas) stets mit. Ich bin froh, nicht die einzige zu sein, die ein wenig mit den Höhenmetern zu kämpfen hat. Und auch Elke hat zu kämpfen. Wir fahren aber unser Tempo und am Ende kommen wir alle in Rehe an, wo wir denen die Haare vom Kopf futtern. Abus hat sich tatsächlich etwas ganz schönes einfallen lassen. Jeder Teilnehmer bekommt ein Schloss mit unserem Logo drauf ausgeteilt. Ich bin froh, dass es jetzt nur noch flach bis nach Wetzlar geht. Dort im Stadion angekommen, gibt es ein paar Fotos und die letzten Meter bis zum Hotel warten auf uns. Auch hier hat sich Kuchen-Thomas etwas einfallen lassen. Die letzten 800 Meter bis zur Sauna und zum Bett geht es natürlich Bergauf.

 

Und wieder zurück

 

Ich habe zauberhaft geschlafen. Nach der Sauna und reichlich Schokokuchen geht es ausgeruht auf den Heimweg. Beim Frühstück bringe ich in Erfahrung, dass die ersten 20 km flach sind. Dann kommen die 55 km Berge und dann rollen wir quasi ins Ziel. Gestern hat sich das Wetter ziemlich gut gehalten. So ist das halt, wenn Engel reisen :-D Heute hingegen sieht es nebelig aus und ist ziemlich kühl. Da hat wohl jemand gestern seinen Schokokuchen nicht aufgegessen. Ich fühle mich von jeglicher Schuld befreit. Mir kann so ein Missgeschick ja nicht passieren. Elke macht es sich im Bus bequem und überlegt ab Hachenburg wieder mitzufahren. Eigentlich keine schlechte Idee. Die Berge im Bus fahren und dann frisch nach Hause rollen. Aber ich will es wenigstens versucht haben. Irgendwie habe ich meine Gruppe gewechselt. Aber Thomas K. habe ich mitgenommen. Gemeinsam leiden ist eben auch was schönes. Wir schrauben uns die Berge rauf.  Die km werden nur sehr, sehr langsam mehr auf dem Tacho. Mit jedem Anstieg, belüge ich mein Gehirn, nur noch ein paar km, dann ist das Bergige vorüber. Meine Beine bemerken den beschiss und wollen nicht mehr. Zu meinem Glück gibt es einige, die mich den Berg mit hochschieben. Trotz des ordentlichen Regenschauers zu Beginn und den Pfützen im Schuh wird mir nicht kalt. Naja bis auf meine Füße. Silvio schiebt nicht nur an, er leiht mir auch noch ein paar Überschuhe. Auch Michael und Frank schieben mich fortwährend Berge hoch. Frank neben mir hat an der letzten Steigung keine Puste mehr. Er hechelt und ich neben ihm mit. Nur, dass er mich anschiebt und ich keinen Grund dazu haben sollte :-D In Hachenburg haben wir dann die Verpflegung von Cafè Klein Konditorei, die nicht nur Nussecken und flammende Herzen anbieten sondern uns auch noch Kaffee gekocht haben, damit wir uns aufwärmen können. Das kommt genau richtig. Ab hier rollen wir ja quasi nur noch nach Eitorf, wo unsere letzte große Pause stattfindet.

 

Trotz Regen und Hagel ist die Stimmung gut

 

Das Wetter wird nicht besser. Meine Füße sind zwar endlich wieder trocken und weisen so etwas wie eine kleine Blutzirkulation auf aber auf den letzten Metern von Eitorf nach Siegburg erreicht uns der nächste Schauer mit ordentlichem Regen und Hagel. Wie sich das auf einer Radtour halt gehört. Zum Glück ist weiter nichts passiert. Die Stimmung ist trotzdem weiterhin gut und so radeln wir den VIP's hinterher, die wir rechtzeitig in Bonn erreichen und gemeinsam zum Friedensplatz fahren, wo Helmut den Scheck mit der Spende an die DKMS überreicht. Gestartet sind wir zuvor mit 18000 Euro und am Ende können wir einen Scheck mit 20000 Euro an die DKMS überreichen. Mit der 7. Charity Tour haben wir also 60000 Euro an die DKMS gespendet. Diese Tour war mal wieder ein wahnsinns Erlebnis für mich. Eine spitzen Organisation, die Biker, die uns begleiten, die netten Helfer an den Verpflegungsstellen, die Fahrer der Autos, Mechaniker und nicht zuletzt die grandiose Gruppe, die sich stets hilft und zusammenhält. Und für mich steht fest, auch nächstes Jahr werde ich dabei sein. Bis dahin trainiere ich für Kuchen Thomas Schandtaten etwas sehr viel mehr am Berg ;-)

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Kommentare: 10
  • #1

    Kuchen-Thomas (Freitag, 22 September 2017 17:51)

    Wunderbar hast Du das geschrieben!
    Und der Fürst hat Wert darauf gelegt, dass er Sayn-Wittgenstein-Sayn heißt :-)

  • #2

    Helmut (Freitag, 22 September 2017 18:22)

    Hi Dani,
    wieder ein toller Bericht, super, als ob man dabei gewesen wäre.
    lieben Dank fürs Mitfahren an eine sehr nette, aufgeschlossene und muntere Teilnehmerin, deine Motivation steckt alle an :-)
    - der Fürst bekommt von mir auch eine Kopie - �

  • #3

    Bus-Beifahrer (Freitag, 22 September 2017)

    Für das Bergtraining bist du ja jetzt im richtigen Club ;)

  • #4

    Ulle (Freitag, 22 September 2017 21:51)

    Der Besenwagen hat aber so was von abgeloost! :-) Top gefahren und geschrieben! :-)

  • #5

    Jens Kabbe (Freitag, 22 September 2017 22:19)

    Super Bericht. Da kommen Erinnerung an eine tolle Tour hoch. Hat echt wahnsinnigen Spaß gemacht. Ich bin nächstes Jahr auch wieder dabei. Super Aktion, super Orgateam und ein super Rad-Team. Gruß Jens

  • #6

    Rob (Samstag, 23 September 2017 09:19)

    Es macht Spaß zu lesen: Kurbeln, Nuss-Ecken, Höhenmeter. Kein schlechtes Leben!

  • #7

    Frank F. (Samstag, 23 September 2017 13:23)

    Danke für den sehr schönen Artikel - ich saß im Besenwagen und brauchte keinen mitzunehmen :-) Tolle Leistung.

  • #8

    Thomas K. (Samstag, 23 September 2017 17:24)

    Du hast recht; gemeinsam leiden hat durchaus schöne Momente. Danke dafür und auch für die tolle Tour. Es hat mir riesigen Spaß gemacht. Und nächstes Jahr bin ich wieder dabei.

  • #9

    DirkB-RCB (Sonntag, 24 September 2017 19:27)

    Wow, wirklich toll geschriebener und unterhaltam zu lesender Bericht! Habe an der Tour dieses Jahr nicht teilgenommen, aber bin nun bestens informiert.

    Außerdem weiß ich nun durch Deine Seite auch, dass meine Entscheidung zwischen Zell am See und Köln für Triathlon 2017 letztlich wohl glücklich war. Hatte im Vorjahr extra die dortige Radstrecke getestet und mich dann doch für das flachere und damit einfachere Köln entschieden. Mit solchen Wetterproblemen hätte ich allerdings nicht gerechnet...

  • #10

    Die Dani (Mittwoch, 04 Oktober 2017 13:15)

    Hallo Ihr Lieben,

    ganz großen Dank für eure ganzen tollen Kommentare. Es freut mich jedes Mal, wenn ich so einen Zuspruch bekomme :-)