Bonner Nachtlauf; 2 von 4 in 15

Alle Jahre wieder. Wobei ich in diesem Jahr den Bonner Nachtlauf auslassen wollte. Nicht weil ich keinen Bock habe, aber nach dem Bonn Triathlon werde ich die Ruhe sicher brauchen. Dann kam aber die Verlockung. Mal wieder. Michaela fragte in die Runde am Trainingswochenende des SSF ob jemand Lust habe mit ihr beim Nachtlauf in Bonn zu starten, sie habe noch einen Freistart zu vergeben. Ohhh ein Zeichen! Ja gut ich machs. Dass ich direkt im Anschluss an den Bonn Triathlon erst mal für drei Tage beruflich in Hamburg bin, lasse ich einfach mal außer Acht. Wird schon irgendwie gehen, geht ja immer irgendwie, oder was, oder jemand. Ich bin von Hamburg zurück und sogar mal pünktlich, danke DB. Ob sich jemand bei mir mal bedankt, wen ich meine Arbeit ordnungsgemäß mache? Eher nicht. Also Dank gestrichen. Geht doch DB! Jetzt reicht die Zeit um meine Tasche auszupacken und wieder mit dem Rad zum Start zu rollen. Wenn ich mich Sonntag zum Triathlon unfit gefühlt habe, dann weiß ich nicht, wie ich es heute nennen soll. Drei Tage nach dem Bonn Triathlon wieder ein Wettkampf, aber HEI wer lässt sich schon Startnummer 2 entgehen? Michaela ist heute die Nummer 1, ich vermarkte sie als Gewinnerin des Vorjahres. Also ich hätte das geglaubt ;-)

 

Ich gebe mich geschlagen

 

 

Vor dem Start, wenn man wie gewohnt nochmal das Dixi besichtigen geht, sehe ich Tabea. Ich gebe mich jetzt schon geschlagen. Vor allem, weil sie so Frisch und munter aussah. Wie macht die Das? Muss eine teure Hautcreme sein. Michaela und ich stehen am Start, mit eigener Musik bedröhnt und laufen los. Michaela hopst wie ein junges Reh an allem was lahmt vorbei. Nach ein paar Metern sehe ich sie gar nicht mehr. Ich fliege dafür auf den ersten 100 Metern über einen Fuß von einer Zuschauerin und rudre wie wild mit den Armen, während ich in meinem inneren Auge schon mein Gesicht auf dem Asphalt sehe, blutig, ohne Zähne, ausnahmsweise mal nicht lachend! Ich schaffe es mich wieder aufzurichten ohne die Bluttat in die Tat umzusetzen. Jetzt habe ich einen Puls von einem Kolibri auf Speed. Seitenstechen und schlecht ist mir auch. Na das fängt ja gut an.

 

Doch geschafft, irgendwie :-D

 

Meine Zielzeit wurde von unter 55 Minuten auf 1 Stunde hoch gesetzt.  Jetzt merke ich meinen Fuß, in drei Monaten haben wir, also der Fußschmerz und ich 1 Jähriges.  Hält länger als manche Beziehung. Ich bezweifle, dass ich das feiern werde. Party gibt es schließlich nicht auf Rezept, schon gar nicht als Kassenpatient. Ich laufe langsamer, schließlich habe ich auf dem ersten km schon einen ordentlichen Puffer Aufgebaut. der 2 km ist ebenfalls in der Zeit. Langsam kommen mir zweifel, ob das hier so das richtige für mich ist. Ob es nicht doch zu viel war. Ich muss noch mehr Tempo raus nehmen. In 4 Tagen starte ich beim Velothon Berlin und die Woche drauf in Düsseldorf beim T3, lohnt es sich, sich hier auf 10 km vollkommen zu zerstören? Ich nehme wieder Tempo raus. Ich beginne zu gehen. Meine Startnummer mit der 2 schiebe ich mal etwas weiter unter das Shirt. Für mich steht fest, dass hier ist nicht mein Lauf, nicht heute. Ich brauche Ruhe. Ich höre meinen Namen, der mich vollkommen aus meinen Gedanken reißt. Am Rand stehen ein paar SSF Mädels, die die Menge anfeuern. Aus voller Brust mit voller Überzeugung. Kirstin fragt mich, was sei und ich gestehe ihr, dass ich es heute gut sein lassen werde. Das Risiko mich hier so zu Verletzen, dass ich die nächsten 2 wichtigeren Wettkämpfen nicht starten kann, ist mir zu hoch. Ich stelle mich zu den anderen und wechsle die Seiten. Jetzt feuere ich ebenfalls alle anderen an. Irgendwie ein Gutes Gefühl und es macht richtig Spaß. Nachdem ich alle die ich kenne gesehen habe, laufe ich wieder locker zurück und ins Ziel. Mein Name wird ausgerufen. Wurde meine Zeit gemessen? Gab es keine Kontrollmatte bei km 5? Zu Hause angekommen, schaue ich in die Ergebnisliste. Ich habe eine offizielle Zielzeit von 1:00:00 auf die Sekunde.Ziel erreicht... irgendwie :-D

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