Tauris Triathlon - der Startschuss zur Saison 2017

Lange war es hier ziemlich ruhig. Der April war von Regeneration überschattet. Nach dem Marathon war ich wesentlich zerstörter, als ich mir eingestehen wollte. Eigentlich hatte ich auch noch eine Rechnung mit dem 24h schwimmen offen. Diese sollte am am letzten April Wochenende beglichen werden. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Zuerst sagte mir Criss Cross ab und dann 20 Stunden vor Start auch noch meine Freundin Kiki. Was tun? Es hat nicht sollen sein. Ich habe es als Schlag ins Gesicht mit dem Zaunpfahl gesehen und mich kurzerhand gegen mein Vorhaben und für meine erste RTF in diesem Jahr entschieden. Da es der zweite richtig sonnige und warme Tag in diesem Jahr werden sollte, definitiv eine gute Entscheidung. Also bin ich 140 km und 1300 Höhenmeter mit Oli an diesem Sonntag geradelt. Schließlich beginnt ja bald die Saison, da kann so ein bisschen Rad nicht schaden. Mal davon abgesehen, dass ich nicht nochmal eine Bronchitis, Lungenentzündung oder Erkältung gebrauchen kann.

 

Saisonstart vorverlegt

 

Wie es der Zufall so will, beginnt die Saison schon früher als gedacht.  Meine Freundin Heike hat sich beim Duathlon einen Bänderriss zugezogen und kann beim Tauris Triathlon nicht starten. Da ich seit dem Bonn Marathon Wettkampffrei bin, kommt mir das fast recht. Schade für sie, schön für mich. Zumal sie mitkommt, mich anfeuert und mich fährt. Ein rundum sorglos Paket also. Die letzten Wochen liefen sportlich nicht ganz so wie ich mir das gewünscht hätte und der Marathon ja ohnehin nicht. Jetzt kann ich schauen wo ich derzeit stehe. Zudem habe ich jetzt die Chance mein Triathlonrad "Little Fail" wie ich mein Canyon liebevoll nenne einmal im Wettkampf zu testen. Genauso wie meinen neuen Vereinseinteiler. Warum ich mein Tribike so nenne ist eine andere, bestimmt auch sehr lustige Geschichte. Nur halt nicht für mich.

 

 

Das Heikemobil ist Startbereit

 

Heike kommt mich abholen und nachdem alles im Auto verstaut ist fahren wir los. Auf der Fahrt nach Mühlheim Kärlich, wo der Triathlon Rund um das Atomkraftwerk stattfindet, beginnt es bereits zu regnen. Ich versuche es positiv zu sehen. Angekommen, besichtigen wir zunächst die Lokalitäten und holen die Startunterlagen ab. Geschwommen wird auf einer 25 Meter Bahn im Schwimmbad, bevor es dann in die grüne Wechselzone geht. Ich checke mein Rad ein und habe die Hoffnung, dass ich meine Schuhe trocken vorfinden werde, wenn ich zurück komme. Zur Sicherheit habe ich ein großes pinkes Handtuch drüber ausgebreitet. Ich versuche mir derweil die Wege zu merken, was bei mir, als ein absolut desorientiertes Wesen eine echte Herausforderung darstellt. Fertig umgezogen stehe ich auch schon am Beckenrand. Ich hatte auf ein schwaches Starterfeld gehofft. Zumal Heike mir erzählte, das sie in der Schneckengruppe starte, da sie so eine langsame Schwimmerin sei. Hier wollte ich mir doch einen Egoschub abholen. Diese Hoffnung wurde innerhalb von 2 Minuten am Beckenrand zerstört. Auf meine Frage, ob hier jetzt alle so 10 Minuten schwimmen kam prompt ein "nein, definitiv weit drunter". Ich schlucke, zwar zunächst noch kein Wasser, aber erfreut bin ich nicht. Startschuss und los. Zwei Mädels schwimmen direkt vorne weg, eine schwimmt stets mit mir und eine andere macht so ihr Ding. Bei einer 50 Meter Trainingsbahn bin ich wohl ganz schön verwöhnt. Dieses ewige Wenden gaukelt einem vor, man würde Kilometer um Kilometer schwimmen. Ich hoffe, ich  muss nicht selbst zählen und warte ständig auf das Brettchen, das mir signalisieren soll, dass ich nur noch 50 Meter vor mir habe. Da ist es endlich. Heike feuert mich lauthals vom Rand an, das macht die richtig gut :-D Raus aus dem Wasser und ab in die Wechselzone.

 

Little Fail in Action

 

Und wie es immer ist; schon verlaufen... *arg* Rad gefunden, Schuhe trocken, der Rest, einschließlich mir: Nass ;-) Rauf auf den neuen Triathlonboliden zur Wettkampfjungerfernfahrt. Die Straße ist nass, meine Schuhe plus Socken entziehen sich diesem Trend leider nicht. Wenigstens eins konnte ich mir merken; drei Runden fahren. Die erste Runde dient einzig und allein meiner persönlichen Orientierung, und ist entsprechend langsamer, allein schon wegen der nassen Straße und den ewigen Kurven die jedes mal dann auf einen warten, wenn man ordentlich Speed auf dem Tacho hat. Nach drei Runden mit diversen Anfeuerungen von Helfern, die Dank des Einteilers jetzt alle meinen Namen kennen, geht es in die Wechselzone. Mein Schnitt ist für den Start in die Saison doch recht annehmbar, könnte schneller sein aber mit den äußeren Umständen heute, bin ich vollkommen zufrieden.

 

 

Der Endgegner

 

Es folgt das Laufen, derzeit  mein Endgegner. Kommt sicherlich deswegen auch am Ende. Ich weiß seit Januar gar nicht mehr, wie schnell ich überhaupt laufen kann. Ich schätze mich grob in einer 6er pace ein. Der erste Kilometer ist noch zum testen 5:18 Minuten. Mein einziger Gedanke: so das war dann wohl der schnellste, ab jetzt geht es Bergab. Ich schaue gar nicht auf die Uhr, ich will mich nicht davon ablenken lassen und laufe einfach mein Tempo. Nicht entspannt, eher so am Limit, so mit laut und keuchen, aber ich laufe. Der zweite Kilometer 5:18 Minuten --> BÄM läuft bei mir. Genau getroffen. Jetzt hoffe ich, dass ich jeden Kilometer auf die Sekunde treffe. Beim dritten dann die Ernüchterung: 5:23 Minuten.. gut dann eben nicht. Der vierte Kilometer wird dann langsam schon lästig, ich mag bald im Ziel sein, aber 5:18 Minuten, ich freue mich innerlich. Auf dem letzten Kilometer dann nochmal die stets anfeuernden Worte von Heike am Rand. Diese haben mich dann nochmal 2 Sekunden schneller gemacht und mich mit 5:16 Minuten ins Ziel befördert. Das war dann wohl der letzte und sogar schnellste Kilometer. 

Alles in Allem ein sehr toller Wettkampftag für mich. Ich bin durchweg zufrieden mit meinen Ergebnissen und freue mich teilgenommen zu haben. Und ohne dich, liebe Heike, wäre der Tag nur halb so toll gewesen! Danke :-*

 

 

 

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