Mallorca olè olé

Mallorca olè olè, endlich ist es soweit, erstes Trainingslager. Ich gebe mein Gepäck am Schalter ab und die freundliche Dame von Airberlin entgegnet mir gleich "der Flug hat ne Stunde Verspätung, Ihre neue Boardingzeit steht hier" Ahhhhhja, fängt ja gut an. Aber davon lasse ich mich nicht beeindrucken und beschließe mit Krissi in Ruhe noch einen Kaffee zu trinken. Wir schlendern zeitig zu unserem Gate und ich wunder mich, dass niemand da sitzt und wartet, schließlich nur noch 15 Minuten bis zum Boarding. Nicht einmal die üblichen Rentner, die bereits eine Schlange bilden um die ersten im Flugzeug zu sein. Dann schauen wir auf die Anzeigetafel und stellen fest, dass unser Flug gar nicht darauf steht. In dem Moment eine Ansage, die man ähnlich wie bei der Deutschen Bahn nicht versteht. Krissi hat aber unsere Namen rausgehört, also gehen wir zurück zum Gate, wo wir bereits erwartet werden. Der Stuart am Schalter klärt, dass unsere Koffer wieder in den Flieger gepackt werden und wir doch noch mit dürfen.

 

Ein holpriger Start

 

Als wir als letzte in den Flieger steigen gab es leider keinen tosenden Applaus, weil wir endlich da sind. Im Gegenteil auf dem Weg zum Sitz ranzt mich ein zickiger Stuart an "wo wollen Sie denn hin?" Ich entgegne langsam genervt "am liebsten in den Urlaub!" daraufhin zickt er weiter "Palma oder Malaga?" Ich bin etwas verwirrt und antworte "nach Palma, oder kann ich mir noch etwas Wünschen?". Wir dürfen auf unsere Plätze. Zwischenzeitlich überlege ich noch, ob ich den Stuart mal quer durch die Gänge anraunze und frage "können wir endlich mal los fliegen, sind schon spät dran!!" Aber ich verkneife es mir. Im Hotel angekommen gibt zur Begrüßung einen Sekt, ebenfalls wartet eine kalte Platte im Bungalow auf uns, da wir offensichtlich das Abendessen verpasst hatten. Alles weil Air Berlin Verspätung hatte :-D 

 

Die Highlights nehmen kein Ende

 

Am ersten Tag bin ich gespannt auf unsere Leihräder und die erste Ausfahrt. Pünktlich um neun stehen wir bei der Ausgabe. Ich bekomme mein Canyon und merke beim ersten sitzen, das geht nicht lange gut. Die 52 Rahmenhöhe ist mir zu groß. Ne, ich solle das erst mal fahren. Ich zeige guten Willen und bin mir sicher, dass ich in zwei Tagen eine neue Rahmenhöhe haben werde. Als auch Krissi ihr Rad hat, klärt uns der Mensch hinter dem Tresen auf, dass wir die einzigen seien, die gebucht haben und er mit uns die Ausfahrt machen wird. Na das wird ja interessant. Von den versprochenen Radausfahrten zwischen 70 – 160 km in differenzierten Leistungsgruppen mit unterschiedlichen Höhenprofilen, wurde dann eine stark abgespeckte Version mit drei Teilnehmern. Wir fahren los. Ich hinter dem Guide, Krissi hinter mir. Ich durchquere die Flugbahn einer Biene, die sich zwischen meiner Sonnenbrile und dem Helm gefangen fühlt und deren einziger Ausweg offensichtlich im vergraben ihres Hinterns in meiner Augenbraue besteht. AUA, ich gerate ins schleudern, fahre dem Guide auf und bremse mich im Gebüsch und am Zaun. Krissi geschockt der Guide sichtlich unbeeindruckt, dabei habe ich mir echt Mühe gegeben und bei dem Stunt laut geschrien..tz. Der Stich schmerzt aber am mehr als mein Ego. Nach der ersten Schreckminute geht es wieder aufs Rad und weiter. Die erste Tour ging über 50 km und nach dem ersten Berg merkt Krissi, dass ihr Leistungsniveau erreicht ist. Ganz im Gegenteil zu meinem. Aber es ist der erste Tag und wir rollen uns sicherlich erst mal ein, so mein Gedanke. Ich gehe den Rest des Tages im Pool spielen und ziehe meine Bahnen, da kann sich mein Bein wunderbar im Chlor desinfizieren.

 

Tour zum Cap Formentor

 

Neuer Tag, neues Glück. Nach zehn Stunden schlaf, frage ich mich, warum ich meine Augen kaum aufbekomme. Ein Blick in den Spiegel verrät mir, dass nur 50 % in meinem Gesicht sehr müde sind. Mein Auge ist zu geschwollen von der Bekanntschaft mit dem Bienenpopo. Es kann nur noch besser werden! Unser Guide dessen Namen wir dank Strava endlich erfahren haben: Andre, klärt uns über den heutigen Tag auf. Es geht auf einen Rundkurs von 70 km mit ca. 1000 Höhenmetern. Krissi schluckt ich freue mich. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal über Berge freue :-D Nach dem ersten Berg gibt Krissi auf und ich fahre den Rest der Tour mit Andre alleine zu Ende. Es war ein unglaublich toller Blick. Ich bin beeindruckt wie viel man mit dem Rad hier zu sehen bekommt.

 

Kaffeefahrt nach Palma

 

Für den Mittwoch wollen Krissi und ich eine flache Tour nach Palma machen und uns ein wenig die Stadt ansehen. Eine weitere Tour mit Andre, dem Mechaniker des Radverleihs, brauche ich heute nicht. Er gibt sich wirklich Mühe, aber er ist nicht sehr gesprächig. Letztendlich sehen Touren so aus, dass man dem Guide hinterher fährt und eher das Gefühl hat, man raubt ihm seine Zeit. Also haben wir uns eine Strecke über Google Maps gesucht und sind bis nach Santa Maria mit dem Rad gefahren und von dort mit dem Zug, weil der Verkehr wohl keinen Spaß macht bis nach Palma mit dem Renner. Eine schöne Stadt und vor allem, tolle Radwege am Meer. Da jubelt das Radlerherz. Nach einem Kaffee am Meer und neuen Eindrücken treten wir die Heimreise zu unserem Bungalow an.  Beim Abendessen haben wir uns mal den Spaß erlaubt und geschaut, wie viel wir für das Hotel und die Leihräder bezahlt hätten, hätten wir das alleine gebucht. Nachdem wir festgestellt haben, dass hier doch eine erheblich höhere Differenz aufkam, haben wir unsere Reiseleitung angerufen und das Problem geschildert. Aber wirklich entgegenkommen konnte man uns nicht. Das war dann wohl meine erste und letzte Buchung über Balear Reisen. Der Donnerstag war ein Ruhetag und diesen habe ich entsprechend genutzt um mir mal ein wenig die Umgebung anzusehen. Ich bin an einer großen Infotafel vom Huerzeler vorbeigefahren und habe kehrt gemacht um mir das Angebot anzusehen. Geführte Touren in verschiedenen Leistungsgruppen. Genau das was wir jetzt auf unsere letzten Tage noch brauchen.

 

Huerzeler eben doch nicht so schlecht

 

Für Freitag habe ich mich also gleich für die 100er Tour eingetragen und war die einzige Frau. Freitags gab es die Ausrolltouren und Sonntags die Einrolltouren. Auch diese bin ich noch vor dem Abflug mitgefahren, aber nicht als einzige Frau, dafür in der schnelleren Gruppe :-) Ich habe bisher schon viel über Huerzeler gehört, auch oft nicht ganz so positives, aber hier hat es mir die letzten Tage auf der Insel gerettet. Sehr nette Guides, große Gruppen und tolle Touren. Schade, dass ich hier nicht gleich die ganze Woche gefahren bin, aber immerhin weiß ich jetzt, wie ich es in Zukunft besser machen werde. Balear Reisen nein dann eher auf eigene Faust und ggf. Touren über Huerzeler buchen. Den Rest der beiden Tage habe ich noch am Pool mit diversen Planschübungen verbracht, der sollte schließlich nicht umsonst gebaut worden sein ;-)

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Kommentare: 2
  • #1

    Markus (Donnerstag, 27 Oktober 2016 11:42)

    Cool geschrieben !

  • #2

    die Dani (Sonntag, 30 Oktober 2016 21:32)

    Danke Markus