Münsterland Giro, wenn die Frau mal Windschatten gibt

Da ich den Halbmarahton in Köln schon eine Woche zuvor abgehakt hatte, habe ich mich für den Münsterland Giro, das 70 km Rennen angemeldet. Ich muss dieses Wochenende einfach irgendwo ausrasten. Letztes Jahr noch mit einer Städtereise nach Münster verbunden, kam ich heute nur für eins : BALLERN! Das Rennen startet um 8:30 Uhr und ich muss meine Startunterlagen vorher abholen. Heißt aufstehen um halb fünf. Früh, sehr früh und trotzdem springe ich aus dem Bett wie ein Toast aus dem Toaster und freue mich, dass es losgeht. Ausnahmsweise mal beste Laune am morgen geht es mit dem Auto Richtung Münster. Vielleicht ein wenig zu schnell, aber wie schnell genau wird dann mit einem Bild ins Haus flattern. Erstes Siegerfoto!

 

Schon vor dem Start verfahren, geht ja gut los

 

Angekommen, hole ich meine Startunterlagen ab und trinke noch einen Kaffee mit Koffein, natural Doping. Das macht wach! Mittlerweile bin ich froh, dass ich mich für eine lange Hose entschieden habe, denn es ist sehr frisch. Irgendetwas um die 10 Grad und ich habe weder Handschuhe noch Überschuhe, aber immerhin keine nackten Waden! Ich rolle zum Start und freue ich mich, dass die Strecke abgesperrt ist und ich das Ziel nicht verfehlen kann, nachdem ich mich auf dem Weg, wo kleine Feen mal hinmüssen, verfahren habe. Voller Vorfreude stehe ich immerhin schon einen Block weiter vorne, als letztes Jahr. Im Nächsten Jahr dann noch weiter vorne :-D Meine Marschrichtung für heute steht seit dem Aufstehen fest. All out. Ich will nicht mehr stehen können, wenn ich im Ziel bin.

 

Vorsicht auf der Strecke?! NÖ!

 

Der Startschuss fällt und wir rollen in Etappen los. Der Mann am Mikro ermahnt zur Vorsicht auf den ersten 10 km, weil die Strecke nass ist. Nass, damit meint der mich, damit kenne ich mich doch aus. 10 km Vorsicht? Dann kann ich ja nur noch auf 60 km ausrasten, kommt für mich also nicht in Frage. Das Feld verteilt sich schnell nach den ersten Metern und ich reihe mich in eine schnelle Truppe ein. Zwischenzeitlich schaue ich auf den Tacho und bin mit den 37 km/h vollkommen zufrieden. Reden kann ich nicht mehr, fragt sich nur, ob ich das die ganze Strecke so durchhalte. Die Straße ist nicht nur die ersten 10 km nass, sondern durchgängig. Die Vorsicht habe ich dran gegeben. Nachdem mir Kiki am Vortag geschrieben hatte "Platz 5 in deiner Altersklasse", habe ich tatsächlich ein wenig die Ambition unter die Top Ten zu kommen.

 

Weg da!!!

 

Es kommt der erste Berg, meine Stärke... NICHT. Aber offensichtlich nicht von vielen. Ich ziehe an so manchen Herrschaften vorbei und es steigen sogar welche ab. Männer von denen ich es nicht gedacht hätte. Zur extra Demütigung brülle ich noch ein "aus dem Weg" hinterher, weil man(n) es offensichtlich für eine grandiose Idee hält, mitten auf dem mini Anstieg stehen zu bleiben, während hinter einem noch über hundert Fahrer den Anstieg hochklettern um dann im Nebel zu verschwinden. Fast wie in einem Horrorfilm, also der Nebel, nicht der Anstieg. Ich bin oben und habe noch weniger Luft. Meine Gruppe ist von dannen gezogen und ich habe jetzt eine hinter mir. So dachte ich mir das eigentlich nicht und ziehe davon. Ich bin fast allein auf der strecke und habe noch einiges vor mir. Mittlerweile ziehe ich zwei Herren, die sich in meinem Windschatten ausruhen. Hier und da kommt eine Gruppe vorbeigezogen, bei der ich mich zwischenzeitlich dranhängen kann, bis sie wegziehen, nur meine zwei Weggefährten bleiben bis zum Ziel. Aber im Ziel haben sich beide bedankt! Es hat immerhin für Platz 8 in meiner Altersklasse von 56 Frauen gereicht und Gesamt Platz 33 von 216 Frauen. Ich bin zufrieden und für nächstes Jahr kenne ich mein Ziel: 3. Platz in der Altersklasse 30!

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Kommentare: 2
  • #1

    Vielleicht was mit C (Freitag, 07 Oktober 2016 10:22)

    Dann heißt es für nächstes Jahr Kondition statt Carbon :-D

  • #2

    die Dani (Dienstag, 11 Oktober 2016)

    an der Kondition muss ich dann wohl noch arbeiten :-P