Der krönende Abschluss: CCTW

Ein letztes Mal in diesem Jahr ein Triathlon. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Übertrieben viel Training, Carboloading mit Junkfood am Vorabend und schlecht geschlafen habe ich auch. Während ich noch auf den Sommer warte, ist die Triathlonsaison schon fast vorbei. Heute habe ich aber das Glück ein wenig auf meiner Seite. Die Sonne scheint, es ist nicht zu warm und ich fühle mich ungewohnt gut an einem Wettkampftag. Nachdem alles gepackt, im Auto verstaut und abfahrbereit ist, kann ich nach einer Woche Koffeinentzug endlich wieder mein schwarzes Glück trinken. Ja, Kathi ich habe es durchgehalten und nach meinem ersten Kaffee war ich so WACH :-D Heute steht ebenfalls eine Revange für Zülpich mit Chris-Cross auf dem Plan. Ich bin nicht mehr erkältet, er wird leiden müssen. Ich starte zwar eine Stunde vor ihm, aber am Ende werde ich zeitlich besser sein... müssen! :-D

 

Massenstart aus dem Wasser oder die wilde Rangelei

 

Auch wenn ich in Zülpich meine Wettkampftaktik überhaupt nicht einhalten konnte, habe ich es mir nicht nehmen lassen, Zeiten für Köln in den Kopf zu setzen, die ich gerne erreichen möchte. Ich lebe ja unter dem Motto: höher, schneller, weiter ;-) Demnach werde ich heute 31 Minuten schwimmen. Vor dem Start geht's in die beliebte Gummipelle, das Wasser ist zwar nicht kalt aber wer verzichtet schon freiwillig auf den Auftrieb. Sicherheitshalber noch ne gute Stulle für das Fettpolster zwischen die Kiemen geschoben und ab zum Schwimmstart. Mit vollem Bauch soll man ja nicht schwimmen, mal sehen was da dran ist! Ich bin mal wieder kurz vor knapp und darf mich jetzt mit einer vierten Reihe zufrieden geben. Mist. Ich trete lieber andere als getreten zu werden. Na gut, schlage ich halt :-D 10 Sekunden vor dem Start wird es unruhig um mich herum. Ich bekomme etwas schiss, dass es gleich schwer ungemütlich wird. Massenstart aus dem Wasser, nicht mein Favorit. Es geht los, ich schlage wild um mich, damit die Herrschaften gleich wissen, mit wem sie es zu tun haben. Auf der Regattabahn sind im Wasser Leinen gezogen, an denen ich mich hervorragend orientieren kann. Heute mal kein verschwimmen. Es läuft gut, richtig gut. Mein erster Triathlon in dem ich locker durchkraule. Ich bin auf meine Zeit gespannt und merke, als ich aus dem Wasser komme, dass ich erneut zu blöde bin, meine Uhr richtig zu bedienen. Ich habe nicht auf Start gedrückt sondern mich aus dem Menü geschmissen. Tja, ich werde wohl nie erfahren wie toll meine Kraulzüge waren. Aber ich habe nicht nur Schläge eingesteckt sondern auch ausgeteilt :-D

 

Windschattenverbot?!

 

In der Wechselzone befreie ich mich von dem Gummibiest und bin froh, als ich auf dem Rad sitze. Meine Trinkflasche habe ich bewusst zurückgelassen. Es gibt ja auf der Radstrecke eine Verpflegung gleich zu Beginn, dachte ich. Ein Trugschluss, den ich hoffentlich nicht bereuen werde! Drei Runden auf der Autobahn fahren. Die Strecke ist flach und Windanfällig. Windschattenfahren ist verboten und wird mit Zeitstrafen von den Wettkampfrichtern auf den Motorrädern geahndet. Mein Ziel auf dem Rad ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h. Ich trete in die Pedale und bretter erstmal los. Nach der ersten Runde in einem ewigen überholt werden und wieder überholen mit viel zu vielen Fahrern auf der Strecke, ein kurzer Blick auf meine Uhr. Ich habe eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 33 km/h. Läuft bei mir!

Wenn auch mit Windschatten aber anders geht das hier heute nicht. Ich habe Durst und schiele neidisch auf die Trinkflaschen meiner Mitstreiter. Ob ich kurz mal bei denen die Trinkflasche entwende, dicht genug aneinander fahren wir ja...  Ich entschiede mich dagegen und werde es ertragen ein wenig Durst zu haben. Fahre ich eben schneller und bin früher bei meiner Trinkflasche. Auf der zweiten Runde kommt Caro angebrettert und begrüßt mich. Wir überholen uns die letzten zwei Runden stetig und erzählen noch ein wenig. Gemeinsam in der Wechselzone geht es dann nach einem riesen Schluck Wasser zum Laufen über. Nachdem ich jetzt so viel Zeit beim Fahren gut gemacht habe, kann ich es beim Laufen etwas lockerer angehen lassen.

 

Locker? Ich kenne nur ein Gas -->Vollgas

 

Ich habe für die 10 km eine Geschwindigkeit von 5:30 Minuten pro km angesetzt. Würde ich halt gerne mal laufen. Laufe ich auch, sogar viel schneller. Ich warte auf den Einbruch, so gut wird das nicht die ganze Strecke gehen. Mir wird bewusst wie viel die 10 km noch sind. Mit vollem Magen schwimmen geht ja super, aber Laufen ist nicht so optimal. Aber ich habe einen Magen wie ein Pferd, der ist das ja gewohnt. Die erste Hälfte läuft richtig gut. Ich bin von mir selbst überrascht.

Ab dem 6. km ist es dann so weit. Mein Fuß schmerzt. Es ist unangenehm und tut immer mehr weh. Vor mir ein Mann der aufhört zu laufen und ins gehen wechselt. Als ich ihn überhole, denke ich mir genau zwei Dinge. Erstens: hoffentlich ereilt mich das Pech nicht auch und Zweitens: Wetten der rennt, wenn er sieht, dass eine Frau ihn überholt hat. Mit dem letzteren hatte ich recht. Kaum war ich vorbei hörte ich, dass er das laufen erneut angesetzt hat. Die letzten vier km habe ich einen Herren neben mir, der mich bis zum Ziel gezogen hat. Ich versuche nicht an meinen Fuß sondern an das Weinfest am Abend zu denken mit dem der Abschluss begossen wird. Es klappt. In einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5:22 Minuten pro km habe ich auch mein letztes Ziel für heute weit übertroffen. Im Ziel: Medaille und Blumenkette um den Hals gehangen, T-Shirt und Handtuch in die Handgedrückt bekommen und weiter zum Erdinger Stand bis ich sehe, dass ein paar Leute wieder in den See zu meiner Linken springen. Ich überlege kurz und dann "warum eigentlich nicht?!" Schuhe aus, Sachen an den Rand und rein ins Wasser! Das Beste, was ich bisher nach so einem Wettkampf gemacht habe. 

 

Die Abrechnung!

 

Ich setze mich an den Rand um auf Chris Cross zu warten. Als ich ihn sehe wird mir klar, ich bin schneller gewesen! Nach den offiziellen Zeiten habe ich es schwarz auf weiß. Ich war ganze 10 Minuten schneller als er. Ich bin schneller geschwommen (30:37 Minuten und auch hier mein Ziel übertroffen) und schneller geradelt, lediglich beim Laufen, hat er Zeit gut machen können. Ich bin mehr als zufrieden. Auch meine Gesamtplatzierung ist zwar kein Treppchen aber in Anbetracht der Masse an Startern und der großen Konkurrenz auch vollkommen in Ordnung. In Meiner Altersklasse bin ich auf Platz 15 von 44 Frauen und von allen Frauen auf Platz 37 von 187. Ein wirklich gelungener Abschluss der Saison. Jetzt heißt es: volle Konzentration auf den Köln Halbmarathon. Ach ja: Chris-Cross... ich bin immer noch THE MACHINE :-D

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dietmar Clotten (Montag, 05 September 2016 11:20)

    Du bist richtig gut. Glückwunsch, ich bin stolz auf dich.
    Der Opa