Ende, aus, Applaus!

Tag 4/5 --> Nach einem Tief kommt ein Hoch

 

Heute fühle ich mich super. Beine sind frisch, meine Laune ist gut und das Wetter auch. In einer größeren Runde geht es durch den Westerwald. Berge rauf und Berge runter. An so Tagen wie heute mag ich sogar das Bergauffahren. So wie heute müsste es ja immer sein. Die 100 km spulen sich fast wie von allein runter. Ich habe so viel Energie, dass ich anschließend noch im Freibad mein Schwimmprogramm durchgezogen habe, um den Nacken zu lockern. Nach so einem Tag, kann der morgige ja nicht besser werden... :-/

 

Tag 5/5 -->Ich hasse es Recht zu behalten

 

Und es wird natürlich NICHT besser. Mit der Müdigkeit lernt man ja umzugehen, aber mit Regen?! Ich überlege ob ich überhaupt fahren soll und beschließe mich zunächst nach Beuel zu bewegen und vor Ort weiter zu entscheiden. Angekommen, verkünden Petra, Detlef und Jan aus Hamburg (der kennt ja eher weniger Sonne) dass sie definitiv fahren. Ich überlege noch, ob ich lieber auf den morgigen Tag schiebe und heute einen Ruhetag einlege. Kathi kann aber am Freitag nicht. In einer hundertstel Millisekunde, wo es gerade nicht regnet treffe ich meine Entscheidung "scheiß drauf, die Kontraliste überwiegt, ich machs!" Kathi zieht mit. Also geht es los und wir haben die ersten 20 km keinen Regen. Es rollt hervorragend. Nach der ersten Kontrolle dann der Berg, der wegen einer Baustelle mal eben eingeschoben worden ist. Eine lächerliche Steigung von 17 % auf 150 Metern. Gesehen, geradelt, abgestiegen und schlimmeres vermieden. Hmmm.. Rad am Ring wollte ich da hoch fahren :-/ Ich schiebe es auf müde Beine und merke wie sich meine Laune dadurch nicht gehoben hat.

 

Abfahrten Beendet man durch das liebevolle Umarmen eines Baumes

 

Weiter durch Hennef, es werden Erinnerungen an den Hennef Triathlon wahr, in dem ich mich drei Stunden gequält habe. Tatsächlich fahren wir auch die Radstrecke ab. Na was ein Zufall. Im Oberbergischen ist die Straße mit Schlaglöchern besäht. Die Akne des Asphalts, macht das Fahren nicht besser. Mittlerweile regnet es zum Glück immer mehr. Ich rette mich mit dem Gedanken "morgen ist ja Ruhe". Trotzdem zieht es sich heute unheimlich. Auf einer Waldabfahrt im strömenden Regen, zeige ich Kathi mal, wie man es nicht macht. Ich fahre bergab, sehe dass die Kurve doch um einiges schärfer, als gedacht ist, bremse und werde durch den Baum vor dem Abhang bewahrt. Der Schrei war laut, der Schock tief aber Isaac und mir geht es gut. 

Jetzt bremse ich die ganze Fahrt so viel, dass ich schon Krämpfe in den Händen bekomme. Ob die Taktik die bessere ist, wage ich zu bezweifeln...

 

Wahnbachtalsperre

 

Bei dem herrlichen Wetter muss man an der Wahnbachtalsperre einfach einen Stopp einlegen und die Aussicht genießen. Auf dem Boden liegt verstreut Herzchen Konfetti, wenn das kein Zeichen ist. Nachdem wir den nächsten ordentlichen Regenguss beim bestaunen der Aussicht mitgenommen haben, geht es weiter. Die Herzen kleben mittlerweile am Vorderrad und an meinem Bein, da hat die Liebe mich wohl gefunden. Isaac forever :-D Auch die letzten km ziehen sich ungemein, zumal aus dem Regen ein kräftiger Schauer geworden ist und ich jetzt viel langsamer fahren muss, weil ich nichts mehr sehe. Diese Pfützen im Schuh, wenn man absteigt, was ein feeling. Nach endlosen 5 Stunden, einem bescheidenem Schnitt und vollkommen durchnässt und dreckig sind wir angekommen. Das war es! Kathis und mein vorhaben der 500 km in fünf Tagen ist vollendet. Drei Tage super, zwei eher semi toll, macht über 50 % eine super Zeit. Nachdem ich heute aus dem Fenster schaue und es auch regnet, bin ich froh, heute nicht fahren zu müssen. Alles richtig gemacht :-)

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