Rheinbach - Trier - Duisdorf

Frohes Neues...Halbjahr :-) Die erste Hälfte ist um, die ersten Saisonhighlights auch. Den Bonn Halbmarathon verpasst und Ersatz für das zweite Halbjahr gefunden. Der Kölner soll es nun werden. Jetzt wird alles besser, höher, schneller, weiter :-D Den Anfang macht Trier. Heute ist Beginn der Tour de France. Die erste Etappe geht von Mont-St-Michel 188 km nach Utah Beach. Unsere Tour geht von Rheinbach 146 km über die Eifel nach Trier und morgen wieder über eine andere Strecke von 174 km zurück. Meine Tour d'Eifel ;-) Meine Beine heute früh: müde. Ich konnte es gestern nicht lassen und habe meine neuen Laufschuhe getestet. Warum muss der Schuhdealer meines Vertrauens auch schneller sein als ich dachte? Also deren Schuld. Nicht meine! In der Hoffnung nichts vergessen zu haben, steht um viertel vor acht mein Mechaniker Micha (mit der Alliteration könnte ich noch Karriere bei RTL machen) vor der Tür und sammelt mich ein. Vor dem Radladen Peloton in Rheinbach angekommen, warten bereits die ersten. Nachdem alles im Begleitfahrzeug verstaut ist und Rainer eine kurze Ansprache zum Verhalten in der Gruppe gehalten hat, geht es los.

 

Todenfeld=Totenfeld?

 

29 Menschen auf dem Renner in einer großen Truppe. Richtwerte für heute waren: 145 km und knapp 2000 Höhenmeter in einem Schnitt von 22 km/h zu bewältigen. Dann geht es den ersten Berg hoch nach Todenfeld. Ich bin schon am ersten Anstieg nach hinten durchgereicht worden. Mein Puls bald bei 160 Schlägen in der Minuten, fast dem eines Eichhörnchens, bin ich mir sicher, dass das hier kein gutes Ende nimmt. Ich wäre dann jetzt bereit für die erste Pause. Diese muss allerdings noch ein paar Stunden warten. Ich versuche einfach jeden Berg für sich zu sehen und zu Bewältigen. In den Kurven verliert sich stets die Gruppe. Sowie auf dem Berg und Berg ab... also im Prinzip sehr oft :-D

 

Gruppenfahren ist eben doch nicht so einfach

 

Bergauf bin ich zu langsam, Bergab zu schissig, zu viel an der Bremse und bremse mich aus der Gruppe. Es frustriert und strengt zugleich ungemein an. In jeder Kurve Tempo raus um dem Vordermann nicht aufzufahren, dann wieder antreten, weil die ganze Gruppe schon wieder im Knallgas weiter tritt. Die Ziehharmonika zieht sich über 70 km bis zur ersten Pause und der Erkenntnis, dass eine Trennung der Gruppe in einen starken Part und einen langsameren (zu dem ich mich stets zähle) eine sinnvollere Art der Reise darstellt. Die schnellere Gruppe braust wieder los, unser Schneckengrüppchen bestehend aus acht Menschen, zieht kurz darauf auch los. Tobi haben wir bereits vor der ersten Pause an ein Bett im Kornfeld abgeben müssen. Er hatte die Anstrengung mit dem wieder hergeben der Energieriegel an die Umwelt deutlich gemacht und sich "Ergeben".

Bissl schwund is immer

 

Caro und ich japsten jeden Berg um die Wette, wobei wir nach der Teilung der Gruppe bereits öfter ein Lächeln um die Mundwinkel zu verzeichnen hatten. In der nächsten Pause, wechselten zwei aus der schnelleren Gruppe in unser Schneckenteam und aus unserem zwei in die schnellere Gruppe. Kiki von unseren Rheinlandperlen schlug sich wacker in der Speed-Gruppe und hatte das ganze bis Trier erfolgreich gemeistert. Derweil hatten wir auch schon drei Stürze zu verzeichnen, zwei haben die Akrobatik über den Lenker zum Besten gegeben, wobei sich nur einer stärker verletzte und die Schulter in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der andere hatte Glück im Unglück und nur eine Schramme am Auge. Aber jedes mal stockt einem der Atem, wenn man einen Sturz sieht. Der dritte hatte nicht so großes Glück, bei minimaler Geschwindigkeit, maximale Verletzung. Bein und Rippen hinüber quälte er sich Berg um Berg hoch, bis er sich dazu überreden ließ, endlich in das Tourenfahrzeug zu steigen und es gut sein zu lassen. Nachdem wir das Ortsschuld Trier erreicht und innerlich am feiern waren, müssten wir lediglich noch ein paar Meter bis zu unserer Unterkunft rollen. Zu allem Überfluss lag unsere Unterkunft auf einem schönen hohen Berg. Mit Sicherheit die einzige Übernachtungsmöglichkeit mitten auf dem Berg.. diese musste ja unsere sein! Caro streikte und schob hoch, ich habe mich ein letztes mal aufgerafft. Angekommen, haben wir uns gleich gesagt, wir gehen nur in die City zum Essen, wenn wir hoch mit dem Taxi fahren. Aber: wir hatten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22 km/h--> BÄM! Doch geschafft!

 

Eine kleine Niederlage

 

Der zweite Tag beginnt, indem Caro und ich erst mal das Schwimmen beim IM Frankfurt und den erste Wechsel auf dem Handy schauen :-) Nach dem Frühstück, packen alle ihre Sachen. Die zwei Verletzten und Kiki fahren mit dem Zug nach Hause, Caro, Markus und ich fahren mit dem Zug nach Berndorf, wo wir bei Markus eine Pause mit Kaffee und Kuchen bereits im Vorfeld geplant haben. Ab dort fahre ich die letzten 65 km wieder mit der Truppe zurück. Warum? Weil ich das Tempo von dem Vortag nicht über 170 km halten kann. Ok, Vielleicht könnte ich das.. aber ich hätte dabei wenig Freude, zumal die Gruppe sich um sieben Menschen in meiner Geschwindigkeitsklasse dezimiert hat und ich nicht die Person sein mag, die alle aufhält. Sie waren zu stark und ich zu schwach. Die Fishermans Friends Gruppe braust los und wir zum Zug. In Berndorf angekommen, hatten wir jetzt viel Zeit um dem Regen zuzusehen, den IM Frankfurt zu verfolgen und jede Menge quatsch zu erzählen, bis die anderen gegen Mittag einströmen. Nach Kaffee und Kuchen ging es also los. Die Gruppe hatte mich stets in die ersten Reihen genommen und aufgepasst, dass ich nicht verloren gehe. Komischerweise kam es mir heute nicht so schrecklich vor. Ich bin locker das Tempo mitgefahren und es war weit über dem zunächst angegebenem Schnitt von 21 km/h. Ich war mir sicher es waren nur zwei Berge, die nicht sonderlich hoch waren. Ich war so gut drauf, dass ich von Rheinbach noch die letzten km bis nach Duisdorf gefahren bin, weil ich noch so viel Energie hatte. Am Ende des Tages bin ich 91 km und 1000 Höhenmeter gefahren in einem Schnitt von 24,7 km/h. Tatsächlich war ich doch etwas traurig, dass ich nicht die ganze Strecke gefahren bin. Es war eine tolle Erfahrung. Immerhin habe ich mich jetzt zur Charity- Tour des RCB von meinem Mechaniker überreden lassen. Dort geht es von Bonn nach Wesel und zurück. Dieses mal flach und dann kann ich am Ende auch das Trikot nach der Tour noch mit Stolz tragen, weil ich es wirklich geschafft habe. Mein Trier Trikot wird wohl auf der Rolle genutzt werden, denn letztendlich stimmen die abgedruckten Angaben für mich nicht.

 

 

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