Der erste Triathlon in diesem Jahr

Von der Sonne geweckt und noch kein Regen zu hören. Noch nicht und ich hoffe, das bleibt bis zum Ende des Triathlons so. Heute steht der 8. Hennefer Triathlon an. Aus Frust, dass Bonn ein Duathlon wurde, hatte ich mich kurzerhand zu der olympische Distanz (1,5 km Schwimmen/ 40 km Rad/ 10 km Laufen) entschlossen. Wenig vorbereitet aber immerhin am Vorabend die Tasche gepackt ging es los. Ich merke schon auf der Fahrt nach Hennef, dass dies heute nicht mein Tag wird. Ich bin etwas unstrukturiert, verpeilt und plage mich mit schmerzhaften Krämpfen in der Körpermitte rum. Aber, bis zum Start ist es noch ein bisschen Zeit und bis dahin... Ich richte mich in der Wechselzone ein, merke mir die Wege und vor allem, wo mein Rad steht. Nichts in ätzender, als aus dem Wasser zu kommen und sein Rad suchen zu müssen. Die Wettkampfbesprechung habe ich wie immer verbummelt. Da muss ich wohl gleich nochmal nachfragen, wie das mit den Runden war :-D

 

Schwimmstart ist Krieg

 

Nachdem ich mich endlich in die Gummipelle gezwängt habe, watschel ich langsam zum Wasser. Der Herr am Mikro trällert fröhlich, noch vier Minuten bis zum start. Aus meinem watscheln wird ein flinker Sprint, um wenigstens einen Schwimmzug im Wasser vor dem Start getan zu haben und ich weiß ja noch gar nicht, wo ich lang soll, welche Bojen, wie oft umkreist werden. Gerade im Wasser, die nötige Information eingeholt und wieder die Stimme: "noch 30 Sekunden bis zum Start" und Schuss. Los geht's, für mich vollkommen überraschend. Ich starte mit den Menschenmassen und bin total überfordert. Die Uhr auf Start und losschwimmen, überall Füße, Tritte und Schläge. Ich bekomme kaum Luft, und trinke den halben See leer. Zu allem Überfluss, wieder ein Krampf in der Körpermitte. Ich versuche mich zu beruhigen, drehe mich auf den Rücken und versuche Luft zu bekommen. Plötzlich überlege ich nach 200 Metern mich aus dem Wasser holen und es einfach für heute gut sein zu lassen. Aufgeben gibt es nicht, ich mache das Beste aus dem hier und bringe es wenigstens zu Ende. In welcher Zeit auch immer. Ich schwimme wie eine Omi im See langsam den anderen hinterher. In Gedanken "einatmen, ausatmen..." Nach 500 Metern habe ich einen "Rhythmus" gefunden. Jedenfalls im Brustschwimmen und versuche mich mal im Kraulen. Toll so ein Neoprenanzug, wie schnell man da ist. Ich schaue auf und merke, dass ich komplett falsch schwimme. Innerlich rege ich mich auf, dass ich nichts sehe. Nicht unter Wasser und weil meine Brille total beschlagen ist auch nicht über Wasser. Die Bojen um die ich schwimmen soll erkenne ich gar nicht. Also Brille frei wischen und weiter. In die richtige Richtung. Das zick zack schwimmen zieht sich eine Weile durch, bis ich endlich aus dem Waser darf. Vollkommen abgekämpft und genervt geht es in die Wechselzone und aufs Rad.

 

Kein Dixi

 

Endlich ausruhen, durchatmen und Zeitgutmachen. Es geht aber zunächst schön Bergauf. Nach dem Bonn Duathlon und letzter Woche Berlin, dachte ich, kann es nicht so schlimm sein. War es auch nicht, aber ich war einfach schon am Ende. Die ständigen Krämpfe geben mir noch den Rest. Riegel oder Getränke zu mir zu nehmen, traue ich mich nicht und meine Kraft schwindet. Das Seewasser würde ich zudem auch gerne mal wieder loswerden aber kein Dixi weit und breit. Ich finde meinen Renner recht schnell, was vielleicht daran liegt, dass er einer der wenigen ist, die noch auf ihren Besitzer warten. Ich wollte einen Schnitt von mindestens 28 km/h fahren. Ich schaue nach dem Berg auf meine Uhr und sehe 14 km/h. Autsch, da muss ich jetzt aber Gas geben und in der zweiten Runde den Berg schneller hochfahren. Ich versuche Bergab einfach noch mehr Gas zu geben, was mir zeitweise auch gut gelingt. Zum Glück ist die Straße trocken. Allerdings nicht für den Autoverkehr gesperrt. Demnach muss ich in Kurven acht geben, nicht die Gegenfahrbahn zu kreuzen. Richtig beschieden war dann, dass ich mich im Wettkampf auf der Straße zwischen parkenden Autos und fahrenden Autos, die an einer Ampel warten vorbeischlängeln muss, weil diese keinen Platz gelassen haben. Also Tempo raus und schauen, dass man nicht am Autospiegel hängenbleibt und dabei natürlich lauthals brüllen, wie schieße das alles ist. Wenigstens das Paar im Cabrio konnte so an meiner Laune teilhaben. Was habe ich mich gefreut :-( Nach 40 km dann ein Schnitt von 27,7 km/h. Immerhin schneller als letztes Jahr in Hennef. Schwacher Trost, da mir klar wird, dass ich es nicht unter drei stunden schaffen werde, wenn ich nicht einen unglaublichen Lauf hinlege.

 

Drei ist meine Zahl

 

Wieder in die Wechselzone. Jetzt suche ich meine Schuhe. Gefunden, und wieder raus zum Laufen. Meine Laune wird nicht besser, ich habe schwere Beine, wieder Krämpfe und muss mich motivieren noch 10 km durchzuhalten. Ich würde ja gerne mal das Seewasser wegbringen aber leider kein Dixi. Ich schaue mich um, ob ich mal ins Gebüsch könnte, aber da kommen ja ständig noch Leute hinter mir. Ich muss es ausschwitzen oder einhalten. An der Wende gibt es Bänder für die Läufer, nur mit zwei Bändern darf man in den Zielkanal. Ich habe kurzzeitig die Idee, jemandem ein Bein zu stellen und um das Bändchen zu berauben, damit ich meine zwei habe und nach 5 km einen spitzen Zeit auf die 10 km habe. Aber das ist wie mit dem Schule schwänzen.. Besser nicht anfangen. Ok, das war gelogen, die Menschen die ich dafür hätte zu Fall bringen müssen, waren einfach zu gut trainiert und das Echo hätte mich sicherlich nicht mehr aufstehen lassen. Ich ergebe mich meinem Schicksal und laufe einfach weiter. Als ich das Schild mit dem Aufdruck "9km" sehe bin ich heilfroh. Gleich ist es vorbei. Im Ziel wäre ich am liebsten einfach sitzen geblieben. Das war mal Quälerei. Und die drei schient meine Zahl des Tages zu sein. Drei Disziplinen in 3:03:30 Stunden in der Altersklasse drei, immerhin auf Platz 5.

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