Sex, Drugs and Rock n Roll

Nachdem ich bei einer, meiner letzten RTF's (große Radtour mit Wahlweise 40/ 70/ 100 km oder mehr) allein die 70 km bestreiten musste, weil ich schlichtweg zu lahm war, hieß es letzte Woche: radeln, radeln, radeln. Gesagt, getan. Dank des Feiertages konnte ich noch ein paar zusätzliche km treten. Feiertag heißt aber auch, feiern. Es war zwar nicht ganz Sex, Drugs & Rock n Roll sondern eher Pöbelbrause (Bier), Elektronische Musik und Festival Stimmung bei purem Sonnenschein aber dies hatte zur Folge, dass ich Freitags sehr spät ins Bett kam und Samstags nach 5 Stunden Koma oder so, nicht mehr wusste wo oben noch unten war. Da ich jedoch Barbara zugesagt hatte, dass ich um 8:30 Uhr eine ruhige Runde von 60 km mit ihr und Antje auf dem Renner fahre, mache ich das auch. Vollkommen zerstört in meiner Küche kippe ich mein Müsli zusammen. Mein Gehirn schrie nach anderem: ein warmes Käse, Schinken Croissant vom Bäcker.. da fiel es mir ein: Mist ich bin Veganer :-/

 

Haben Sie Restalkohol?

 

Also löffelte ich mein Müsli, kippte den O-Saft runter und packte meine Sachen ins Auto. Im Auto an der Ampel lehne ich meinen Kopf ans Autofenster und warte, bis es grün wird. Ein kurzer Gedanke: jetzt einfach noch ein Nickerchen machen, hier steht eh kein Auto, stört doch keinen..." Aber wenn die Polizei mich findet, dann darf ich sicherlich nur noch Fahrrad fahren. Und auch das wäre sicherlich zu dem Zeitpunkt noch mit Punkten in Flensburg bestraft worden... Liebe Polizei, das hier ist alles frei erfunden. Ich habe langweilig wie ich bin nur Apfelsaftschorle, Isodrinks und Wasser getrunken, aber das mit dem Suff liest sich hier besser... In Köln angekommen sitzen wir auch schon auf dem Rad. Es läuft, mein Puls ist tatsächlich ruhig (der schläft einfach noch) und die Runde war toll. Wird bis zum Bonn Triathlon auch ein fester Termin sein. Den langen Lauf am Nachmittag, tja den habe ich wohl verschlafen...

 

Trainingslager oder kein Trainingslager, das ist hier die Frage!

 

Letztendlich bin ich in der letzten Woche also 320 km auf dem Renner gefahren, war wie immer meine 4000 Meter planschen und das Laufen war etwas weniger als sonst. Aber knapp 20 Stunden Training in der Woche. Ich bin fit fürs Trainingslager über Pfingsten. Einfach mal vier Tage nur Sport, keine Verpflichtungen gesellschaftlicher Natur, kein zerreißen um es allen recht zu machen. Ich bin einfach nicht da.. :-D Das wird mein Wellnessurlaub!

Leider bekomme ich am Montag eine Email, dass wir nur noch fünf Personen sind und es zwei Optionen gäbe. Entweder, man sagt es ab, der Duathlon wird in Eigenregie durchgeführt und ich habe keine Stornierungsgebühren zu zahlen oder das Trainingslager findet unter veränderten Bedingungen mit nur einem Trainer statt. Was für eine doofe Entscheidung. Letztendlich habe ich einen kompletten Tag damit verbracht durchzurechnen, was effektiver für mich ist. Zeitlich sowie sportlich und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich mein Trainingslager in Bonn mache. Zu Hause... Ein Tipp von einem Freund war, bleib zu Hause und sag es keinem, dann hast du genug Ruhe :-D

Schweren Herzens habe ich das ganze also abgesagt. Zugleich aber direkt Tickets für das Mumford & Sons Konzert am Samstag bestellt. Den Duathlon am Sonntag werde ich dann unter Schlafentzug und vielleicht ohne Restalkohol (habe ich ja nie, liebe Polizei) bestreiten.

 

Peloton (tor)Tour

 

Mit dem Wissen in der letzten Woche endlich mal genug auf dem Rad gewesen zu sein, hieß es für mich diese Woche: dran bleiben! Mittwochs findet vom Peloton Rheinbach eine Trainingsausfahrt statt an der ich Teilnehmen wollte um für Trier fit zu werden. Mein Trainingsplan hat die Ausfahrt ohnehin wöchentlich aufgeführt, da kann ich den auch mal befolgen. Nebenbei konnte ich auch mein Trikot abholen (es ist richtig schön geworden!!!). Wir sind ein Truppe von knapp 20 Menschen. Darunter auch zwei Frauen, ich bin erleichtert. Sie unterhalten sich und ich schnappe auf: "ich bin total langsam und ohnehin immer das Schlusslicht" Ich muss lachen und entgegne, dass sie jetzt ja mich hat. Die lachen und glauben das nicht.. bis wir fahren. Die ersten 2 km bin ich noch mittendrin in der Spaßgemeinschaft. Dann war es das auch schon. Ich habe mal wieder Probleme mit meiner Schaltung. Die Gruppe teilt sich bereits in schnelle und langsame Fahrer auf und mich! Dann verliere ich auch noch meine Trinkflasche. Wieder auf dem Rad versuche ich Anschluss zu finden. Die "Langsamen" warten auf mich. Ich fange an zu verzweifeln. In solchen Momenten überlegt man sich, warum man sich den Kram überhaupt antut. Man könnte so schön auf der Couch sitzen, sich mit Freunden treffen, was weiß ich... Jetzt ein paar aufmunternde Worte. Ich überlege zu Hause bei meiner Schwester zu klingeln damit sie mir ein bisschen "arme Dani" sagt und mich drückt. Mein Rad hört sich bei jeder Bodenwelle an wie ein Werkzeugkasten in dem die Teile locker umherfliegen. Ich bin genervt, genervt davon, dass ich nicht hinterher komme. Es gibt auch keine Ausrede dafür. Liegt natürlich alles nur am Rad :-D

 

Dranbleiben

 

Die Gruppe teilt sich jetzt offiziell in zwei Gruppen auf. Die schnellen sind schon weg, die langsameren warten noch... auf MICH. Rainer, der Besitzer vom Laden schaut sich mein Rad an. Der Lenker ist locker und das Lager hinten an der Kassette muss voraussichtlich auch neu. Dank Rainer war mein Lenker wenigstens fest. Jetzt waren wir eine Gruppe von vier, Rainer, ich und noch zwei Herren, die um einiges stärker waren als ich. Als Rainer sagte, "die holen wir jetzt ein, du bist ja Triathletin und im Zeitfahren spitze" keimte in mir Angst auf.. das kann der doch wohl nicht ernst meinen? Ich bin ein Witz auf dem Rad. Blanke Panik macht sich in mir breit und schon geht's los. Der Herr vor mir zieht das Tempo an und ich bemühe mich dran zu bleiben. Vergebens... Rainer kommt zurück zu mir "Sind wir zu schnell?".. "JA!" "Du musst an mir dran bleiben, im Windschatten, sonst verlierst du uns..." Also versuche ich wieder dran zu bleiben. Rainer schaut immer wieder nach hinten zu mir, sobald ich drei Meter zu weit weg bin, klopft er sich auf den Hintern um mir zu Signalisieren, dass ich dranbleiben soll. Wir fahren für mich ein ungeheures Tempo. Aber bei 40 km/h ist bei mir Ende. Dann kommt der Weinberg in Dernau. Rainer gibt mir noch ein paar Tipps auf dem Rad. Allein für die kleinen Tipps von Rainer hat sich die Fahrt schon gelohnt! Irgendwann trudeln wir wieder am Laden ein und ich bin froh, dass es rum ist. Ich bin vollkommen am Ende, während die anderen vollkommen entspannt sind. Während der Ausfahrt war mein einziger Gedanke "da fahre ich NIE WIEDER mit" Heute tut mir zwar alles weh, aber nächste Woche bin ich wieder dabei :-D

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Kommentare: 2
  • #1

    Harry (Samstag, 14 Mai 2016 09:28)

    Irgendwann kommt der Tag da rollst du das Feld von hinten auf. Dran bleiben Töchterchen.

  • #2

    die Dani (Freitag, 20 Mai 2016 07:21)

    Danke, liebes Väterchen Frost :-)