Düsseldorfer Brückenlauf

Nach zarten fünf Stunden schlaf klingelt mein Wecker, um mir zu signalisieren "weiter geht es, genug Erholung für dich!" Koffer packen. Heute wird es stressig, ich hoffe die Zeit ist auf meiner Seite. Ich muss heute Abend pünktlich meinen Flieger nach Lyon bekommen, wo ich die ganze Woche auf einer Schulung bin. Heißt für mich heute: nach Düsseldorf zum Laufen mit dem Auto, laufen, nach Hause fahren, kurz duschen und wieder mit ÖPNV nach Düsseldorf zum Flieger... klingt umständlich und ist es auch aber anders leider nicht Möglich. Danke liebes Bundesreisekostengesetz :-D Ich gebe die Adresse im Navi ein. Garmin hat mir schon oft den Weg gewiesen, so auch heute... Ich fahre los, schlafe fast im Auto ein und weiß nicht, wie ich da noch laufen soll. Richtig fit bin ich nach meinem gesundheitlichen Ausschweifer auch nicht.  Aber wenn das Team Erdinger Alkoholfrei einen Startplatz springen lässt, dann bin ich auch am Start. Mal davon abgesehen, dass mein Teamkollege und Garmin Konkurrent mit mir an den Start geht.

 

DA stimmt was nicht

 

Ich suche eines der Parkhäuser in Düsseldorf, die im Flyer angegeben sind und muss schnell feststellen, dass der Brückenlauf in Düsseldorf vom Umfang keinerlei Ähnlichkeit mit dem Bonner Brückenlauf hat. Straßen sind gesperrt und es ist bereits schon viel auf der Strecke los. Leider komme ich so auch in kein Parkhaus und entschließe mich mein Auto auf einem freien Parkplatz abzustellen. Kurze Überlegung ... "ich bekomme einen freien Parkplatz auch noch kostenfrei, obwohl schon Menschen auf der Strecke sind.. DA stimmt etwas nicht" Schnell stellte sich auch heraus, was da nicht stimmt. Ich muss noch ca. 2 km bis zum Start spazieren. Ich muss meine Beine in die Hand nehmen, bitte Chris meine Startunterlagen mit abzuholen und schaffe es gerade pünktlich zum Start.

 

Frau Meat

 

Die Strecke hatte ich mir vorher auch nicht angesehen, ich lasse mich da gerne mal Überraschen. Ein Rundkurs von 5 km mit zwei Brücken..bah.. ganze vier mal dieses auf und ab.. für mich ein Berglauf, ganz klar! Es geht los, ich fühle mich nicht gut und merke schnell, dass ich noch angeschlagen bin. Nach 5 km fällt die Entscheidung: ich gehe nicht als erste in Ziel, da kann ich auch locker den Rest im Intervall hinter mich bringen. Heißt: Brücke rauf spazieren und runter knallen. Das hat zur Folge, dass mich alle die ich mühsam auf den ersten 5 km in der Menge überholt habe, jetzt mich überholen. Mir fällt genau ein T-Shirt Aufdruck auf "No Nothing, just real, Meat & Beans" Mein Ziel ist definiert: Ich MUSS vor der da ins Ziel kommen :-D Es geht die Brücke abwärts und ich greife an. Klappt super, schon ist die Fleisch-Frau hinter mir. Tjaha da hat die Gemüse-Tante dich überholt :-P Ich fühle mich sicher, die nächste Brücke kommt und ich wander fleißig rauf, da kommt Frau Fleisch wieder an mir vorbei gezogen, warte ab, ich bekomme dich noch... Gesagt getan, Brücke abwärts lasse ich sie hinter mir. Es geht auf das Ziel zu. Ich freue mich und meine Bronchien erst recht, die vor Freude fast aus mir raus hüpfen beim Husten. Viele ziehen das Tempo an und legen noch einen richtigen Zielsprint hin. Ich bin dazu gar nicht mehr in der Lage. Kurz vor dem Ziel ist es soweit: Frau- Fleisch knallt von hinten an mir vorbei... ARG. 1:0 für die Metzgerin :-D

Montag ist Schontag

 

Ich sehe im Ziel bereits Chris auf mich warten. In Gedanken bin ich schon wieder im Auto. Ich schaue auf die Uhr und sehe schnell, dass ich mich sputen muss. Mittagessen to go, habe ich bereits schon vorher eingepackt und futtre auf dem Weg zum Auto. Zu allem Überfluss verfahre ich mich auch noch auf dem Weg nach Hause. Jetzt bleiben mir noch 20 Minuten zum Duschen und muss dann am Bus stehen. Dieses mal beschließe ich fest: Montag ist Schontag, wie Chris immer hübsch zu sagen pflegt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0