Bonn Halbmarathon

Donnerstag morgen. Ich wache auf und merke schon, es geht nicht mehr lange gut. Mein leichter Husten der letzten Tage hat sich zu einem akkustischen Schrecken entwickelt. Meine Atmung blubbert wie ein Wasserkocher. Ich muss es mir langsam eingestehen... Ich werde krank. Ok ich bin krank. Ich muss noch den Tag auf der Messe überleben und dann heißt es: schonen für Sonntag. Auf der Messe in Schweden merke ich schon, dass es mir zwischenzeitlich schwindelig wird, ich Schüttelfrost bekomme und zum Teil Kundengespräche wegen dem Husten an meinen Kollegen übergeben muss. Nach der Messe gehen die Kollegen essen und ich ins Bett. Den ganzen Tag überlege ich hin und her, soll ich Sonntag starten? Werde ich bis dahin gesund sein? Verkaufe ich meinen Startplatz? Nach fünf Stunden ewigen hin und her Überlegens habe ich meinen Startplatz dann doch zum Kauf angeboten. Die Tatsache, dass ich DAS bis Sonntag auskuriert habe und fit zum laufen bin ist doch eher ein Wunschtraum als Realität. Es fand sich auch schnell jemand, der meine Startplatz übernommen hat. Also kein Halbmarathon, gab schließlich auch keine richtige Vorbereitung, da dachte sich mein Körper wohl, dem Ganzen besser mal gleich zu entfliehen. So sei es... Freitag morgen ging es mir noch schlechter, das ganze Krönte dann im Sonntag morgen, wo ich vollends keine Luft mehr bekomme. Wenn ich etwas essen wollte, dürfte ich nur mit offenem Mund kauen, weil ich sonst den Erstickungstod erleiden würde. Ich hätte heute also ganz sicher nicht laufen können. Aber schreien, das kann ich und das werde ich... dieses mal die anderen ins Ziel!

Perspektivwechsel

 

Ich stehe also trotzdem um halb sieben auf. Jetzt kann ich mal alle anfeuern, die sonst für mich kommen und ordentlich Krawall an der Strecke für mich machen :-) Meine Schwester, ihr Freund, ihr Chef, Kollegen, meine Freundin Katrin, der Riesenglücksbringer, mein Kollege der mit mir auf der Messe war und noch viele mehr sind heute auf der Strecke. Ich stehe mit einigen erst am Start und brülle alle auf den ersten Kilometer voran, dann geht es weiter zu km 9, wo ich mit noch ein paar anderen auf jeden einzelnen zum anfeuern warte. Es ist sogar heute mal ganz schön, in der Sonne zu stehen und nicht zu laufen. Auch, wenn mir Anfangs das Herz geblutet hatte, in dem Moment, wo ich meine Freundin Katrin gesehen habe und kurz neben ihr her gelaufen bin, merke ich, dass ich heute nicht ins Finisher sondern ins Sauerstoffzelt gelaufen wäre.. Alles in allem, war es ein toller Tag mit sehr vielen glücklichen Gesichtern, die ins Ziel gelaufen sind! Allen heute Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung! Nächstes Jahr versuche ich es wieder.. es müsste statistisch gesehen klappen, erste Jahr krank und den Startplatz verkauft, zweites Jahr gelaufen, dieses Jahr wieder krank und verkauft, da weiß ich was nächstes Jahr kommt..

Mein Saisonhöhepunkt hat sich nur verschoben. Ich muss mir noch eine nette Alternative für heute suchen, aber ich bin mir sicher, dass mir da etwas beklopptes einfallen wird ;-)

 

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