Beueler 10er oder Generalprobe

Der Wecker klingelt. 5:20 Uhr. Ich bin leider gar nicht erholt, trotz 8 Stunden herrlichsten Schlafes. Da habe ich mir gestern wohl doch noch den Rest gegeben. Ich war nach der Arbeit 11 km laufen es sollte entspannt sein.. war es bestimmt auch :-D, dann eine Stunde beim Krafttraining und zu guter Letzt mit dem Renner nach Rheinbach um an der ersten Peloton Ausfahrt in diesem Jahr teilzunehmen. Da Rainer im Vorfeld schon angekündigt hatte, dass wir locker 1,5 Stunden im Flachen fahren, habe ich mich entschlossen, gleich mit dem Renner nach Rheinbach zu fahren und das Auto stehen zu lassen. So kam ich am Ende immerhin auf 60 km. Wir waren eine 14 Mann und zwei Frauen Truppe. Das erste mal, dass ich mit so einer großen Gruppe auf der Straße gefahren bin. Das macht Lust auf mehr und sofern das Wetter mitspielt bin ich nächste Woche wieder dabei :-) Für das Trier Projekt muss ich schließlich noch einiges an Kilometern in die Beine bekommen.

Regen, Regen, Regen

 

Ich entschließe mich doch noch vor der Arbeit ein paar Bahnen in den heiligen Hallen zu schwimmen. Das lockert sicher die Muskulatur etwas auf, das kann ich gerade gebrauchen. Wir haben wunderschönstes Regenwetter, aber auch das war die ganze Woche angekündigt und jedes mal hörte es gegen Nachmittag auf und wurde richtig schön.

So muss es heute auch sein. So wird es ganz bestimmt sein! Die Hoffnung stirbt zuletzt...aber stetig! Ich fahre nach der Arbeit mit meinem Kollegen nach Beuel zum Lauf. Es regnet immer schlimmer, wir finden keinen Parkplatz. Patrick entgegnet  mir "schlechtes Omen, wir sollten einfach nicht laufen" Aber mein Vorschlag "komm wir fahren lieber ins Kino" will er dann doch nicht in die Tat umsetzen. Und dann finden wir auch noch einen Parkplatz. Startnummer abholen, Rucksack abgeben und Wasser wegbringen. Der Toilettenwagen wurde inzwischen wegen Überschwemmung gesperrt. So bleiben nur noch zwei Ortschaften übrig. Die Schlange ist ewig. Ich laufe mich heute ganz sicher NICHT ein. Wir stehen alle gedrängt unter einem Vordach und warten auf den Start. Selbst 10 Minuten vor dem Startschuss, steht keiner davor. Sehr ungewöhnlich für einen Lauf aber bei so einem Regen das einzig Sinnvolle.

Ein Hindernislauf

 

Die Musik vom DJ auf der Bühne plärrt aus den Boxen und bei mir kommt langsam ein wenig Stimmung auf. Nass werde ich, bin ich und kann ich jetzt auch nicht mehr ändern. Dann wenigstens gute Laune dabei. Wir werden zum Start gebeten. Es geht los. Man muss sich heute nicht nur an den langsamen vorbeischlängeln sondern auch noch die größten Pfützen umgehen. Ein Hindernislauf. Achso sehen die aus... Wieder etwas gelernt. Von meiner Laufleistung unter anhaltendem Muskelkater in den Beinen bin ich weniger begeistert. Ich schlage mich so durch. Der Regen läuft mir aus der Regenjacke, meine Schuhe sind dank Wassereinlagerungen jetzt doppelt so schwer und fast jeder auf der Gegenüberliegenden Seite zieht entweder ein schmerzverzerrtes oder grummeliges Gesicht.

Manchmal erkennt man ein paar bekannte Gesichter, dann wird eifrig gewunken. Nach dem vierten entgegenlaufen ist das winken zwar nicht mehr so euphorisch aber ich merke, dass es mich anspornt. Nach 55:25 Minuten bin ich im Ziel. Keine Bestzeit, keine Meisterleistung und für den Halbmarathon beruhigt mich das auch nicht. Aber ich muss das Beste daraus machen. Ich warte im Ziel auf mein Schwesterherz, die mich mit nach Hause nimmt. Die kleine ist heute mein Große! Wahnsinn. Von Ihr kann so manch einer einiges lernen. Ich kenne auch ein Paar, die lieber gar nicht laufen, bevor sie sich als langsame Läufer "outen". Ich habe sie auf der Strecke immerhin auch vier mal gesehen und jedes mal lag sie noch ein Stückchen weiter zurück aber die gute Laune stand ihr immer ins Gesicht geschrieben. Sogar als letzte im Ziel angekommen, grinst sie breit. So muss das sein, nicht die Zeit, die Platzierung oder sonst etwas ist wichtig, nur der Spaß.

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Kommentare: 1
  • #1

    Meintriathlon.de (Freitag, 01 April 2016 19:04)

    Das hast du aber nett gesagt ☺️
    Und beim Halbmarathon werde ich nächste Woche auch irgendwann als letzte ins Ziel kommen. Aber dEr Spaß und die Stimmung drumherum sind mir das wert