Mal so richtig beliebt gemacht!

Freitag morgen 5:20 Uhr. Eine ganz normale Zeit unter der Woche. Ich habe mir vorgenommen, nachdem ich die ganze Woche gar nichts gemacht habe, den Tag mit einem lockeren 10er zu beginnen. Er war locker und ich endlich wach. Duschen, arbeiten. Nach der Arbeit geht es gleich weiter. Heute steht die Bonn Triathlon Radstrecke an. Mein Radknecht fährt sie mit mir ab. Was auch gut so ist, alleine finde ich den Weg ohnehin nicht. Ich komme am Treffpunkt an und wir fahren gleich los. Uns bleiben 3 1/2 Stunden, dann muss ich noch einen Termin in der Bonner City wahrnehmen, aber das sollte ja locker reichen. Der Radknecht wollte die Strecke schon im Wettkampftempo fahren. 

 

Mordanschläge auf dem Rad

 

Ja mein Wettkampftempo habe ich bereits jetzt schon auf dem Hinweg erreicht. Ich bin mal wieder um Haaresbreite zwei Mordanschlägen entgangen. Die erste Person war eine Frau mit ihrem Sohn im Auto, die der Meinung war mich durch abdrängen von der Straße auf den Fußweg abzudrängen. Was ein Glück, die Ampel ist rot. Ich stelle mich neben die zwei zauberhaften Wesen und schreie erstmal durchs Fenster "AUGEN AUF, MADAME!!!!" Da kurbelt der Sohn das Fenster runter und entgegnet mir in einem hervorragendem Asi-Deutsch "eh da is Radweg!" ah ja... Hier also die Elite im Auto. Meine Antwort, ein kurzes nicken mit der Bitte, mich nicht durch Gewalt belehren zu wollen. Als kleines Dankeschön habe ich mich dann vors Auto gesetzt und bin entspannt bis zur nächsten Ampel gefahren um mich dann auf den tatsächlichen Radweg abzusetzen. Dann ging es wieder einen kleinen Teil auf die Straße, der nächste Autofahrer, der mich belehren möchte. Ich bin begeistert, dass ihr alle so unglaublich höflich mich auf meine Fehler hinweisen. Danke, an dieser Stelle... :-/

 

Bonn-Tri-Arschlochstrecke

 

Klingt hart, ist aber definitiv mein empfinden. Tut das weh. Ich frage mich wie ich da noch 15 km in einer halbwegs, für mich akzeptablen, Zeit hinlegen soll. Legen möchte man sich danach viel eher. In der Wechselzone ein Nickerchen einlegen oder so...

Aber von vorne. Wir fahren los, durch Beuel. Die erste kleine Steigung nach Niederholtorf. Es war ok. Der Radknecht erklärt das weitere Vorgehen. Die Steigung soll ich im Wettkampf einfach hochknallen (bin ich doch schon mit meinen 6 km/h)..tz.. Dann kommen 5 km zum Ausruhen und dann geht es richtig los. Er hatte nicht zu viel versprochen. Selbst die Wendepunkte sind so gelegt, dass man jedesmal noch eine Steigung mitnimmt. Das ja nett!

 

Abfahrten hui, Anstiege pfui!

 

Es kommt eine tolle Abfahrt, na da kann ich sprinten, raus aus dem Sattel, los gehts :-D ich freue mich über die Geschwindigkeit und dann nur noch drei Gedanken: 1. ist das schnell! 2. ist das kalt! 3. SCHEIßE, ich muss den auch zurück! Das wird sehr warm und sehr langsam! Nach 25 km meint der Radknecht zu mir, "siehst du das große M dahinten? Da machen wir kurz Pause" Ich sehe es... Sind nur noch drei Berge und einmal quer durch den Rhein schwimmen. Meine Motivation wird nicht besser. Ich frage vorsichtshalber mal nach, welcher Ort das sein soll.. Ittenbach. Da kommt die Erinnerung, da gab es doch noch so nen miesen Berg. Ich bin leicht genervt von dem schlechten Schnitt und dann sehe ich das Schild: Ittenbach 4 km. Endlich einen Kaffee und Bananen :-) Wir sind mal gerade bei der Hälfte, wenn das so weiter geht, dann weiß ich auch nicht. Was habe ich mir da mit dem Triathlon angetan?! Wir müssen los, uns beeilen, die Zeit drückt, vor allem wenn man so langsam ist. Jetzt geht es erst einmal entspannt weiter. Bis Aegidienberg, wie der Name schon sagt--> Berg. Wieder eine Abfahrt und den Berg nach Eudenbach hoch. Der Radknecht schiebt mittlerweile sich den Berg hoch und mich mit. Der hat aber auch eine Kraft, Neid! Ich bin mit meinem Gewicht alleine schon überfordert und der drückt das zusätzlich die Berge hoch :-D Nach 40 km kommt dann der Arschlochberg schlechthin. Ich bin schon am Ende und dann zieht sich da ein Berg hoch der richtig mies ist. Danach kommen noch ein kleinerer Berg und einer, den ich wohl mit genügend Schwung aus der Abfahrt locker hoch komme. Komme ich nicht :-D Aber ich komme rechtzeitig zum Termin und ich habe einen Ortsschildsprint nach Nonnenberg gewonnen. Zwar nur, weil es Bergab ging und der Radknecht nicht aufgepasst hatte, aber Sieg ist Sieg :-D

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Kommentare: 5
  • #1

    Denis (Samstag, 27 Februar 2016 10:58)

    Sieg ist Sieg, wie beim Blutspenden ;)

  • #2

    die Dani (Samstag, 27 Februar 2016 15:23)

    Mein ewiger Optimist :-)

  • #3

    Harry (Sonntag, 28 Februar 2016 07:49)

    Dann bist du diesmal auch durch Brüngsberg gefahren. Lange Gerade und dann bergab nach Nonnenberg. Hut ab kenne die Berge hier nur zu gut. Bis Montag dann.

  • #4

    Ilja (Mittwoch, 02 März 2016 10:02)

    Alles Gute zum Geburtstag, Daniela!

  • #5

    die Dani (Mittwoch, 02 März 2016 19:26)

    @ Harry: Ich komme demnächst auf den Kaffee am Aegidienberg zurück ;-)

    @ Ilja: DANKESCHÖN! :-)