Wenn nichts läuft, wie es laufen soll

Ich habe Urlaub. Der Wecker klingelt trotzdem um sechs.  Ich bin noch nicht richtig wach und das ist auch gut so, sonst denke ich noch über den Schwachfug nach, den ich vorhabe. Frühschwimmen. Die heiligen Hallen haben frühs von 6:30 Uhr bis um 8:00 Uhr geöffnet. Also nutze ich doch die Zeit, zumal zu der Zeit auch keine verrückten motzigen alten Damen im Wasser sind. Vor allem nicht auf der Schwimmerbahn. Ich bin müde und trödel ein wenig, aber es reicht ja, wenn ich um sieben im Wasser bin. Gesagt, getan. Punkt sieben beginnt mein Einschwimmen. Soweit keine besonderen Vorkommnisse. Ich schwimme mich ein, ich beginne mein Techniktraining gefolgt von den Tempoeinheiten und will mich ausschwimmen. 

Der Badediktator

 

Ich schaue auf die Uhr. Viertel vor acht. Passt, ich werde pünktlich die heiligen Hallen verlassen. Dachte ich. Der Badediktator mit seinem Gefolge standen bereits am Beckenrand um mich aus dem Wasser zu winken. Und ich dachte, das würde mir mal wegen prügeln im Wasser passieren... Mir fehlen also genau 350 Meter. Das nervt dann ja die Perfektionistin in mir schon arg. Und kaum bin ich am Auto sehe ich schon, die Augenringe der Freude unter meinen Augen. Diese Schwimmbrille saugt sich so in meinen Kopf, dass ich nach dem Training aussehe, als hätte ich ein halbes Jahr kein Auge zu getan. Also bin ich Heim und ab ins Bett.  Und während ich so auf der Seite liege und versuche noch etwas Schlaf nachzuholen, sickert mir so langsam aber sicher auch das das letzte Wasser aus den heiligen Halen auf mein Kopfkissen... :-/

 

Überraschungsintervalle

 

Und weil das Wetter so hervorragend aber noch zu kalt für den Renner ist, habe ich mich zum Laufen entschlossen. Intervalle stehen heute auf dem Plan. Sprich 5 x 1000 Meter in 4:54 Minuten und 200 Meter Trabpause, mit Ein- und Auslaufen gesamt 12 km. Da ich mich ja gerne mal vor dem Intervall mit doofen Ausreden drücke, habe ich es heute mal durchgezogen. Ich laufe mich langsam ein, nach 2,5 km geht es mit dem ersten Intervall los. Ich bin fest entschlossen heute auch alle fünf zu laufen. Ich bin sogar recht schnell, was mich ein wenig wundert, aber soll mir recht sein. Nach kurzer Zeit erklärt mir meine Uhr, ich solle mich 200 Meter erholen. Was soll das denn? Ich dachte ich hätte die Uhr programmiert. Das ist das Glück der Blinden... Und weil ich nicht sehe, wie viele dieser Intervalle auf mich warten kann ich nur hoffen, dass es keiner von der ersten Woche des Plans ist. Ich hoffe auf mehr als fünf Intervalle. Nach fünf Intervallen, hoffte ich auf das Ende. Letztendlich waren es doch acht. Ich habe sie gemeistert. Weil ich nicht wusste in welcher Zeit ich die Laufen sollte, bin ich einfach auf Anschlag gelaufen, was wiederum zur Folge hatte, dass ich in einem Feld, wo zumeist nur Spaziergänger oder Menschen mit Hunden unterwegs sind, wie eine vollkommen bekloppte laut stöhnend um die Kurven meines 1 km Kreises jagte. Nicht schön aber selten. Männer riefen vor schreck ihre Hunde zu sich oder zogen Ihre Frauen aus angst schnell an sich. Verständnislose Blicke begleiten mich auf jeder Runde. Ich hatte eigentlich mal etwas Applaus erwartet. Wissen die eigentlich wie unglaublich schnell ich da gerade unterwegs bin. Da kann man doch mal etwas jubel erwarten. Ich bin zu erschöpft um nach Beifall zu fragen und ernte nur Kopfschütteln. Dann eben nicht, feier ich mich gleich selbst, zu Hause! Zu Hause angekommen schaue ich gleich nach, was ich da überhaupt heute gelaufen bin. AHA, der Intervall von nächster Woche war das also. Und ich habe wirklich jede Zeit weitaus übertroffen. Dann kann ich ja jetzt aufs Rad!

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Kommentare: 2
  • #1

    Ilja (Sonntag, 21 Februar 2016 13:12)

    Nachträglicher Jubel und Beifall von mir! :)

  • #2

    die Dani (Sonntag, 21 Februar 2016 14:41)

    Vielen lieben Dank Ilja, jetzt fühle ich mich besser ;-)