Valentinstag vorverlegt

Ich werde wach. Die Sonne scheint bereits durchs Fenster auf mein Bett. Herrlich. Sonne. Wie ich diesen Feuerball vermisst habe. Gestern war ich bereits für eine 55 km Runde auf dem Renner aber der Wetterfrosch prophezeite mir für heute noch hervorragenderes. Leicht bewölkt und sechs Grad. Gut etwas frisch aber dann erhöhe ich eben etwas die Trittfrequenz. Wird schon gehen. Raus aus den Federn, sieben Sachen zusammen kramen und rauf auf mein Herzstück. Valentinstag soll es ja regnen und schneien, da werde ich mit meiner großen Liebe wohl wenig Zeit verbringen. Dann eben heute. Mein Herzstück und ich, einen gemeinsamen Tag in der Sonne :-D

Der Endgegner

 

Es geht los. ich weiß zwar nicht genau wohin, aber die Richtung. Erstmal durch Bornheim. Das erste was ich sehe, eine Polizeiabsperrung. Zwei Streifenwagen, Lämpchen, die den Weg weisen, mein Gedanke: maaaaan, wieder abbremsen, ausklicken, stehen bleiben und dann vorbei fahren! Meine genervten Gedanken ändern sich blitzschnell, als ich Markierungen auf der Straße sehe, ein Auto angedötscht und ein Rennrad im Graben. Oh ne, doch nicht schon auf den ersten 5 km sehen, wie schnell die Freude Ende nehmen kann. Mir wird mal wieder bewusst, wie wenig Knautschzone doch so ein menschlicher Körper hat. Ich versuche mich davon nicht einschüchtern zu lassen und nehme weiter Kurs auf den Rösberg. Gestern hat der mich komplett zerlegt. Allerdings hatte ich auch gut Muskelkater vom Selfmade-Spinning vom Vortag und dem Rest der sportlichen Schwachsinnigkeiten, die mir so in den Kopf kommen, wenn ich mal mehr Zeit als sonst habe. Jedenfalls kommt mein Endgegner wie immer zu Beginn. Heute war ich aber besser drauf. Ich habe die 14% Steigung besser hinter mich gebracht, als gestern. Auf dem Weg nach oben kommt mir ein "sehr cooler Radler" entgegen. Ein Mann, mittleren Alters, der auf seinem Renner den Berg runterjagt und das alles ohne Helm. Wieder einer der Männer, die glauben sie seien unverwundbar. Ich schüttel den Kopf und hoffe insgeheim, er fährt an dem angedötschten Menschen vorbei, der einen Helm auf hatte.

 

Der Wetterfrosch kann was erleben

 

Oben angekommen, sehe ich in einen bewölkten Himmel. Von leicht kann hier keine Rede mehr sein. Was ist da los? Hallo?! Sonne?! Wird schon wieder kommen, der Feuerball. Ich bleibe zuversichtlich. Falls nicht, klaue ich dem Wetterfrosch seine Leiter wegen Unfugsprophezeiung. Ich fahre Richtung Euskirchen, von dort bis nach Hause kann ich immer noch 30 km gut machen. Es wird kalt. Sehr kalt. Meine Finger werden kalt, die Füße aus Solidarität gleich mit. In Euskirchen angekommen, beschließe ich nach Rheinbach zu Mc Cafe zu fahren und mich dort bei einem Cappuccino aufzuwärmen. Meine Hände sind mittlerweile taub und 50 % meiner Füße auch. Wenn es bis dahin immer noch keine Sonne gibt, überlege ich mir doch die Runde stark zu kürzen und keine 100 km zu fahren.

 

Alte Damen im Auto

 

Ich fahre auf der Straße. Ich bin begeistert von den Maßregelungsversuchen der Autofahrer. Sie reichen vom dicht an mir überholen, hupen bis hin zum aus dem Auto pöbeln. Heute war es wieder soweit. Ich fahre auf der Straße. Ein Kleinwagen zieht an mir vorbei und ich vernehme eine Frauenstimme, die aus dem Auto bei offenem Fenster zu mir rüber ranzt "RADWEG!!!RADWEG!!" ich war mir nicht sicher, ob sie froh war, einen Radweg erkannt zu haben, weil sie blind ist und kurzerhand wieder zu den sehenden gehörte oder ob es mir galt. Wahrscheinlich letzteres, ersteres hatte mich aber mehr amüsiert. Ich habe fröhlich gewunken "jaja habe ich gesehen.. danke, nehme aber auch lieber die Straße ;-)" Das war doch bestimmt die Hexe aus dem Schwimmbad von Vorgestern, die mich mit Ihrem Blick töten wollte. Die hat mir sicher aufgelauert und wartet auf Ihre Chance. Heute nicht, junge Dame, ich nerve hier noch etwas die anderen Verkehrsteilnehmer mit meiner Anwesenheit auf der Straße. Ich bin erstmal gut beschäftigt, wir sehen uns morgen ;-)

Mein neues Wohnzimmer

 

Ich erreiche endlich mein Zwischenziel nach 52 km. Mc Cafe. Der Laden wird langsam zu meinem zweiten Wohnzimmer. Dreist wie immer, schiebe ich meinen Renner in die gute Stube. Gestern habe ich noch gefragt, ob das in Ordnung gehe. Es kamen keine Beschwerden. Heute war die gleiche Besetzung am Start, da habe ich mir die Frage erübrigt und mich wie zu Hause gefühlt. Füße hoch und aufwärmen. Das Wetter ist ziemlich bescheiden. Ich entschließe mich noch 20 km Heim zuradeln und es für heute zu belassen. Nachdem ich wieder meine Gliedmaßen zu den Lebenden zählen kann, sammel ich mich und schwinge mich wieder auf meinen Renner. Auf meinem Heimweg mache ich dann doch noch einen kleinen Umweg. Auf dem Radweg (ja ich benutze die manchmal auch, wenn sie gut sind) sehe ich einen Pferdeapfelhaufen nach dem anderen. Da sind die Tretminen von Hunden aber ein Witz gegen. Warum müssen die Pferdebesitzer eigentlich nicht auch den Mist wieder mit nach Hause nehmen? So ein wärmender Rucksack auf dem Rücken voller Pferdeäpfel :-D Ich wäre jetzt froh, wenn mich auch nur irgendetwas wärmen würde... Zum Ende kommt noch ein wenig Sonne durch die Wolkendecke. Der Wetterfrosch hat seine Leiter verspielt! Es stehen 80 km auf dem Tacho, das reicht mir heute an Sport. Morgen ist ja auch noch ein Tag ;-) Da könnte ich zur Abwechslung mal schauen, wen ich im Planschbecken mal zu Nahe treten kann..

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Harry (Samstag, 13 Februar 2016 09:09)

    Schön das du deinen Urlaub genießt. Herzlichst Harry

  • #2

    die Dani (Sonntag, 14 Februar 2016 22:06)

    Danke, lieber Harry :-) Sehen uns nächste Woche wieder

  • #3

    DerWetterfrosch (Montag, 15 Februar 2016 15:34)

    Warum Pferdebesitzer den Mist nicht wegmachen? Vermutlich aus dem gleichen Grund, warum Rennradfahrer auf der Straße fahren: Weil es ihnen egaaaaal ist!

  • #4

    die Dani (Dienstag, 16 Februar 2016 18:51)

    Der Wetterfrosch glaubt wohl, er sei der Froschkönig. Nicht so frech mein lieber, sonst ist nicht nur die Leiter weg, sondern beim nächsten mal auch der Deckel wieder auf dem Glas..OHNE Luftlöcher ;-)