2. Platz Radrennen in Spich

Freitag. Wie der Tag schon sagt, ich habe Frei! Das Wetter soll vormittags gut sein. Sonnig, näher an 10 als an 0 Grad, da kann man doch mal eine Ausfahrt wagen. Mein talentierter Radgenosse (wieder wird mir Mordgenosse vorgeschlagen, die Zeichen sind langsam deutlich), hatte Zeit für eine Ausfahrt. Treffpunkt morgens um neun Uhr an der Nordbrücke. Vorgeschlagene Route von ihm, eine Brückenrunde. Anders als beim Laufen sind das nicht die 14 km, die mir vorschwebten, sondern einmal nach Rodenkirchen und zurück, ca. 70 km, flacher Rundkurs. Spätestens mit dem Wort "flach" hatte er mich an der Angel. Keine Berge, das klingt nett. Ich hoffe auf keinen Gegenwind. Der Wecker klingelt. Wow, ist das wieder früh, aber ich weiß ja wofür ich aufstehe. Das macht zwar den Körper nicht fitter aber den Geist wacher :-)

 

Morgenstund hat Gold im Mund

 

Ich schwinge mich auf meinen Drahtesel und temmel Richtung Innenstadt. Es ist nicht sonderlich viel los. Lediglich Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit hechten. Das Wetter ist mittlerweile richtig schön, wenn mir auch die Finger abfrieren. Trotz Handschuhen. Die ich selten trage, weil ich die Dinger einfach nicht mag. Am Rhein dann purer Sonnenschein. Die Wege sind herrlich frei. Ich freue mich, da kann man sicher schön die Strecke lang knallen. Ich bin am Treffpunkt, sogar mal pünktlich:-D Der Herr lässt auch nicht lange auf sich warten. Wir fahren Richtung Bornheim, weiter nach Wesseling. Ach nee, was ist Wesseling schön am frühen morgen. Die Sonne scheint dort mittlerweile auch nicht mehr. Wobei ich mir fast sicher bin, dass die Sonne dort eher seltener scheint. Aber die haben eine große Wolkenfabrik. Immerhin. Mir wurde versprochen, dass der Rückweg schöner sei, es ginge am Rhein entlang. Er hatte recht behalten. Zumal wir wieder ins sonnige Bonn fuhren ;-)

 

Radrennen in Spich

 

Auf dem Rückweg versucht der junge Mann mich zu einem Rennen zu überreden. Es gibt in Spich ein Radrennen, das über eine Strecke von 1,2 km im Kreis führt und durch die vier Kurven recht schön zu fahren sei. Für mich nicht. Ich bremse in jeder Kurve so runter, dass ich meine Gruppe verliere und dann auf langsamere Gruppen hinter mir warte, damit ich mich nicht alleine durch die Strecke prügeln muss. Im Triathlon ist das ja ziemlich Wurst, wo ich alleine fahre aber eben nicht in einem Jedermann rennen. Sein Vorschlag: wir fahren die Runde zwei mal, damit ich die Strecke kenne und dann auf Zeit. Ich muss laut lachen "du bist ja optimistisch, ich soll nach zwei mal, die Strecke fahren, ohne mich zu verfahren :-D" Wir versuchen es. Erste Runde, ich gebe mein Bestes mir zu merken, wo ich abbiegen soll. In der zweiten Runde soll ich vorfahren. Erste Kurve von vieren richtig, zweite Kurve schon falsch. Ich höre nur ein lautes "und schon verkackt!". Ich drehe und biege in die richtige Straße ab. Dritte Runde, ich bin mir sicher, ich habe es jetzt raus. Ein DHL Auto kommt mir entgegen. Ich bin abgelenkt und biege wieder falsch ab. Der junge Mann lacht mich aus und glaubt es kaum, dass ich es wieder geschafft habe, falsch zu fahren. Ich mache den Vorschlag, dass er mich loben kann, von vier Kurven nur einmal falsch.. Der Vorschlag findet keine Zustimmung. Jetzt will ich auf Zeit fahren, ich bin mir sicher, ich finde den Weg. Wir sprinten los. Er bleibt hinter mir. Ganz sicher nicht, weil ich so unglaubliche Kraft in den Beinen habe und Ihn abhänge. Der wartet doch sicher nur, dass ich wieder falsch fahre. Ich knalle die erste Kurve entlang, die zweite, es kommt ein Auto.. was ein Müll. Manno. Innerlich ärger ich mich. Warum sind denn da jetzt Autos auf der Straße?  Das Auto biegt ab und ich in die nächste Kurve. Beschleunigen. Ziel waren Container. Er zieht hinter mir raus fährt an mir vorbei und gewinnt. Immerhin ein Händedruck und "Herzlichen Glückwunsch zum 2. Platz" kommt mir entgegen. Jetzt gibt es erst einmal einen wohlverdienten Kaffee bevor ich die letzten km nach Hause antrete. Auch ein zweiter Platz will gefeiert werden ;-D

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