1. Bonner Neujahrslauf; Platz da ich komme aufs Treppchen!

Raceday! Mal wieder. Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr, an einem Sonntag. Das einzige was hier ungewöhnlich war, an einem Sonntag im Winter. Im Sommer durchaus normal, wegen der Radausfahrten. Aber heute wenigstens nicht gleich vom Regen geweckt worden. Es ist mir trotzdem zu früh. Ich will das nicht. Mein Gehirn ebenfalls nicht. Kurzerhand werden neue Ziele definiert. Ich laufe definitiv nur 5 km beim Rennen, für die paar km reicht als Frühstück eine Banane und ein Kaffee und schon kann ich bis um acht Uhr schlafen. Schließlich gibt es im Ziel für jeden eine Tüte Brötchen, da wäre dann im Anschluss ein wohlverdientes Frühstück drin. Was ich allerdings mit ganzen fünf davon machen soll, weiß ich noch nicht. Der Wecker klingelt wieder. Jetzt muss ich dann wohl doch aufstehen, die Zeit war ohnehin sehr knapp bemessen. Ich schaue raus: Schnee! Naja, was man hier halt in Bonn so Schnee nennt. Tatsächlich handelt es sich lediglich um ein wenig Puderzucker auf der Straße.

 

Hasenjagd

 

Aufstehen. Banane zwischen die Kiemen geschoben, eine Flasche mit Magnesiumgebräu in die eine Hand, einen Becher Kaffee in die andere Hand und raus aus der Tür. Oh ist das kalt. Ich wander die paar Meter rüber zu Denis, der kommt heute mit mir. Dieses mal nicht als mein riesiger Glücksbringer sondern um selbst mit zu laufen. Kaum in der Waldau angekommen, stehe ich mit den Füßen im Matsch. Wundervollste Pampe quillt an den Seiten der schönen bunten Laufschuhe empor. Die muss ich dann wohl mal nach dem Lauf sauber machen! Ich laufe mich warm und ich laufe das erste mal das Lauf ABC. Ich hüpfe an meiner Schwester und Ihrem Freund vorbei. Die sind also auch schon da. Super. Ich werde nicht warm, trotz hüpfen, Hopserlauf, Anfersen und was es da sonst noch so gibt. Dann eben nicht. Wird mir halt nach 5 km warm sein. Beim Halbmarathon habe ich mich Kaltgestanden in Erwartung auf den Startschuss nach einer Stunde. Vor dem Start sehe ich Hajo, mein Spinning Trainer aus dem Fitnessstudio mit den Worten "lauf nicht so schnell, sonst kommst Dienstag nicht zum Spinning". Wenn der wüsste, wie meine letzten zwei Dienstage um das Spinning rum aussahen:-D Da war der 5er heute ein Witz. Es geht los. Ich muss abwägen, auf dem rutschigen Boden, hinter langsamen Menschen herkriechen oder kurzerhand in die Pampe an der Seite, um die Menschen wie gewohnt im Zick Zack hinter mir zu lassen. Wie ein Hase, nur dass hier die Verfolgung durch das zick-zack laufen eher nicht enden wird. Ich entscheide mich für die Hasenmasche und renne los. Es macht spaß, trotzdem man die ganze Zeit ziemlich aufpassen muss, dass man sich nicht lang legt. Ich fühle mich gut. Ich schaue gar nicht auf die Uhr. Es gibt ohnehin keine Zeit zum Einhalten. Denis und Tanja sind hinter mir. Mike, Tanjas Freund habe ich vor mir aus den Augen verloren. Das schöne an diesem Lauf, außer dass ich behaupten kann, dass ich den schon von Anfang an mitlaufe, es ist ein Rundkurs von 2,5 km. Man selbst entschiedet wie viel man laufen möchte. Die letzte Runde muss eine Stunde nach Start angebrochen sein. Ich laufe also zwei Runden.

Pastaparty ohne Pasta

 

Zum Glück habe ich gestern den Tag ohne Sport auf der Couch beim Carboloading verbracht. Das sah bei mir zwar ziemlich unsportlich aus, da man das normalerweise mit einer "Pastaparty" (Kohlehydratspeicher auffüllen durch ganz viel Nudeln und wenig Fett) am Vorabend macht, aber ich hatte auch meine Party. Ich habe auf meiner Festplatte die Bravo Hits 1, bis zur fast aktuellen gefunden. Also hörte ich ziemlich viel schlechte Musik, futterte Chips, Kekse und  Schokolade, während ich meine Playlist für den Lauf zusammen gestellt habe. Jedenfalls schien die Vorbereitung gar nicht so schlecht im Hinblick auf heute. Die letzte Runde brach an. Neben mir überholte mich ganz langsam ein Paar, kleine zierliche Frau und ein Mann. Ich glaube sie haben sich sogar noch unterhalten. Da kam es, das Lied zum angreifen: Oomph mit Augen auf ich komme. Jahaaaa ich jetzt auch. Also habe ich mich an die zwei dran gehangen um das Tempo zu halten. Es ging erschreckend gut.

 

Erste Frau auf 5 km war Hajo

 

Die Runde war fast zu Ende, die zwei bogen in die nächste Runde ab und ich ins Ziel. Nichts los hier. Kaum einer da. Hajo war im Ziel. Ich habe mir erst einmal ein warmes Wasser geholt. Ich musste ja noch auf Denis warten und hoffen, dass er keinen Höhenflug bekommt und 10 km laufen will. Hajo erzählte mir dann, dass ich wohl möglich die zweite Frau bin. Zweite Frau von wem? Ah was? Ja, krass! Ich auf Platz 2?!?! Ich freu mich, verhalten, steht ja noch nichts schwarz auf weiß, aber ich freue mich! Denis kommt ins Ziel, wir holen unsere Brötchen ab und fahren Heim. Dort wird richtig gefrühstückt. Die Ergebnisse sind noch nicht online. Auch das ewige aktualisieren, macht das warten nicht besser. Gut gehe ich halt ins Fitnessstudio ein wenig Kraft tanken, das vertreibt die Zeit. Eine Stunde später, nichts online. Ok, ich setze mich auf meinen Renner, schaue mir zum hunderten Male Triathlon Videos an und radle locker meine 40 km auf der Stelle. Da waren sie: die Ergebnisse! Ich dachte ich schaue nicht richtig! Erste Frau ist Hajo! Wenn man die "Frau" mal weg lässt bin ich tatsächlich auf Platz 3! Treppchen! das erste Mal! Zielzeit 24:48 Minuten. Ich bin stolz wie Bolle. Zumal nicht nur 4 Frauen die 5 km gelaufen sind, sondern 34. Zeitabstand zur Nummer Eins: 52 Sekunden. Für mich steht fest: nächstes Jahr bin ich wieder dabei! Und dann wird der Boden weniger rutschig sein und dann liebe Leute: AUGEN AUF ICH KOMME :-D

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Kommentare: 2
  • #1

    Günter (Dienstag, 19 Januar 2016 19:43)

    Super Schlagzeile "Erste Frau auf 5 km war Hajo" ;-)
    Sorry Hajo :-)

    Glückwunsch zum Treppchen und zur Zeit. Stark!!!

  • #2

    Dani (Mittwoch, 20 Januar 2016 08:09)

    Danke Günter :-)