I never lose. Either I win or I learn

Der Wecker klingelt. Es ist wieder soweit. Regen. Sehr viel Regen. Das motiviert  mich aber so richtig.. um im Bett liegen zu bleiben. Ruhepuls messen. Trotz bettelndem ansehen meiner Uhr, er geht  nicht runter. Ruhepuls also bei 58, normalerweise eher bei 49, also höher als er sein sollte. Nicht so gut. Vielleicht doch Freitag und Samstag zu viel Sport und zu wenig Schlaf? Ich stehe auf, das übliche an so einem Morgen. Frühstücken, Sachen zusammen suchen und mich langsam zum Auto begeben. Meine Beine sind schwer, kaum entspannt. Auch die Sauna vom Vortag hat das nicht ändern können, dass ich seit zweit Tagen regelmäßig Krämpfe in den Beinen habe. In Leverkusen, erst einmal einen Kaffee. Mein Garmin Connect Konkurrent wartete schon. Beim Kaffee dann die Rennbesprechung. Christian und ich nehmen uns vor, eine Pace von ca. 5:09 zu laufen. Er macht mir den Pacemaker und ich kann mich auf ein entspanntes Laufen einrichten. Die Stimmung war mittlerweile recht gut. Sonnenschein. Hervorragendes Wetter, Stimmung auf dem Gelände und ein lockeres Einlaufen. Langsam begeben wir uns zum Start. Natürlich weit vorne, da muss man nicht so viel überholen ;-)

Startschuss - der K(r)ampf beginnt

 

Wir rennen los, ich schlängle mich an ein paar Läufern vorbei, Christian erst hinter mir, dann neben mir, dann vor mir... und dann... weg. Ok, vielleicht auch besser so. Meine Beine finden das alles nicht so gut, mal ganz von meinem Puls abgesehen. Erster km noch sehr gut in der Zeit 4:52 Minuten. Der Zweite mit 5:01 auch in Ordnung, aber dann beginnt es richtig weh zu tun. Bei km 3 dann schon der Griff zum mp3-Player. Die Musik, die mich zum schneller Laufen motivieren soll, geht mir jetzt auf den Sender. Was mich sonst freut zu hören, kommt mir jetzt wie nerviges geschrammel und krach vor, auch Rocky kann daran jetzt nichts ändern, dass ich diesen Berg nicht freudestrahlend lang renne und ein paar Menschen hinter mir lasse. Die nächsten zwei km kämpfe ich mich die mini Steigungen im Chempark hoch, die ein Witz sind, aber mich jedes mal aufs neue viel Kraft kosten. Ich will nicht mal mehr nachdenken, alles zu anstrengend. Die 5 km Matte, die Zeit ist bis dahin noch in Ordnung aber mein Puls nicht, meine Beine gar nicht und schon packt es mich, der Wadenmuskel macht dicht. Ich muss gehen. Furchtbar! Ich denke ans Aufgeben. Aber das ist keine Option, lieber noch fünf km bei Sonnenschein spazieren als aufgeben. Lieber eine schlechte Zeit als ein DNF (did not finish). Ein paar Mitläufer versuchen mich zu Motivieren. Ich versuche es wieder und beginne locker mitzutraben, es geht einfach nicht. 6 km, ein Wechsel aus gehen, lockerem Lauf und traben, das ganze zieht sich bis zum Ziel.

 

Ergebnis

 

Im Ziel wartet bereits Christian auf mich. Er musste länger warten :-D Meine Laune hält sich in Grenzen. Erst mal trinken, trinken und noch mehr trinken. Christian gibt später beim Kuchen futtern zu, dass er schlecht im Pace einhalten ist. Habe ich gemerkt und war auch nicht einmal böse darum. Im Gegenteil, das Elend muss man sich nicht ansehen :-D In der Bestenliste bei Garmin werde ich dich diese Woche vielleicht nicht schlagen, aber in der nächsten ;-)

Meine Zeit: 57:03 Minuten für die 10 km. Vielleicht auch ganz gut, dass ich mal keine neue Bestzeit aufgestellt habe, das nimmt den Druck, jedenfalls für mich. Nächste Woche kann ich mich spontan entscheiden wie viele Runden in beim ersten Bonner Neujahrslauf drehen möchte. Vielleicht ja mal einen 5er. Habe ich noch nie gemacht, dann kommt noch der Insellauf mit 15 km. Training wird jetzt moderater angegangen. Mein Körper schreit nach etwas Ruhe. Die gönne ich mir jetzt auch. In zwei Monaten beginnt die Bonn Halbmarathon Vorbereitung.

 

Die Überraschung

 

Ich schaue mir heute früh die Ergebnisse der Winterlaufserie in Leverkusen an. Ich bin erfreut und zugleich schockiert! Ich bin auf Platz zwei in meiner Altersklasse gestern gelandet. Für die Komplette Serie auf Platz EINS in meiner Altersklasse. Unglaublich. Ich freue mich und habe gestern nichts verloren. Ich habe gewonnen, an der Erkenntnis, dass manchmal etwas mehr Ruhe etwas mehr Leistung sein kann. Diese Ruhe gönne ich mir heute :-)

Dann kann ich morgen wieder los legen :-D

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