Silvesterlauf Bonn

Es war soweit. Der 31.12. stand mal wieder vor der Tür. Mein Traditionslauf, der Bonner Silvesterlauf. Ich fühlte mich wie so oft nicht wirklich fit. Schwere Beine, leichte Kopfschmerzen oder kurz gesagt das übliche Rebellieren meines Körpers gegen eine körperliche Anstrengung. Und was macht man, wenn es einem so "schlecht" geht? Genau, definitiv nicht drauf hören, backen zusammen und sich auf dem Lauf zerschießen. Sachen packen und ab zum Start. Und wen sehe ich bei der Chipausgabe? Joey Kelly! Der Mann der früher mit seinen Brudern auf dem Hausboot in Köln gelebt und in den frühen 90er mit seiner Familie Musizierte :-D Das hatte mich natürlich weniger von den Socken gehauen, als seine sportliche Karriere im Anschluss. Unter anderem seine Teilnahme am Ultraman Hawaii ( 10 km schwimmen; 421 km Rad und 84 km laufen in drei Tagen) und beim Race across Amerika, einem der härtesten Radrennen der Welt. Eine herausragende Persönlichkeit. Dieser Mann hört wohl eher selten auf seinen inneren Schweinehund.

Warten auf den Start

 

Nachdem ich also meine lächerlichen jammereien runtergeschluckt hatte, ging es an den Start. Übliches warmhüpfen. Warten auf den Start. Uhr checken. Alles funktioniert. Musik auf die Ohren. Wunderbar, ich höre niemanden mehr. Um mich herum lauter Menschen in hautengen Neonfarben, die alle gebannt nach vorne starren, um den Startschuss, die Erlösung zu Erwarten. Komisches Bild. Mein Puls geht hoch. Die Aufregung. Warum auch immer. Es geht ja um nichts. Also nicht wirklich. Für mich persönlich natürlich geht es um die Bestzeit, um die magische unter 50 Minuten. 

Startschuss, los geht's

 

Das übliche "ich renne durch die Leute und schlage mich nach vorne, um freies Feld zum Laufen zu haben. Erster km in der Zeit. Es Läuft. Zweiter auch... wow es kann klappen. Dritter raus. Ok, vielleicht doch einfach nur laufen und auf das Beste hoffen? Die 5 km Marke, ich bin ein paar Sekunden außerhalb der Zeit, und am Limit. Mehr geht nicht. Also die Uhr nicht mehr beachten. Weiterlaufen und laufen und laufen und "wenn ich nicht auf die Uhr achte und komme mit drei Sekunden über die 50 Minuten grenze, an meiner Wunschzeit vorbei, dann rege ich mich richtig auf" Also doch wieder auf die Uhr schauen. Wo stehe ich? Ok über der Zeit, aber nicht nur drei Sekunden. Ob ich die letzten drei km einfach reinhaue und versuche die 30 Sekunden noch aufzuholen? Also noch einen Zahn zulegen. Mein laufen gleicht eher dem einer gehetzten, als einem gesunden "wir lassen das Jahr sportlich ausklingen Lauf". Mir wurst. Ich habe ein Ziel, dass will ich erreichen! Also Hechel ich die letzten drei km vor mich hin. Zum Glück ist die Musik so laut, dass ich mich schon mal nicht hören muss! :-D Lucky me :-D Die 9 km Marke, gleich ist es vorbei. Mein armes kleines Herz kommt kaum hinterher. Blick auf die uhr. Ich schaffe es nicht. Sprint zum Ziel. Zeit 50:35 Minuten. Ekelhafte 36 Sekunden *arg*  

Ich rege mich nicht auf. Ich brauche auch noch Ziele für 2016. Und wie ich mich aufrege. Immerhin im Gesamtfeld bin ich auf Platz 42 der Frauen von 248 gelandet und auf Platz 4 in meiner Altersklasse von 26. Eine Zeit unter 50 Minuten hätte an der Gesamtplatzierung noch zwei Plätze gut gemacht. Beim nächsten mal :-) Es kommt jetzt erstmal in Leverkusen der dritte Lauf der Winterlaufserie. Da könnte ich es noch einmal mit der unter 50 versuchen. Mal sehen :-)

Aber erst einmal Heim auf das Rennrad im Wohnzimmer für eine Stunde, die Beine lockern. Dann geht es auch weiter. Dieses Jahr würdevoll verabschieden und das neue Willkommen heißen. Und an einem Tag wie heute darf auch Alkohol sein :-D

 

Meine Trainingsumfänge in 2015

 

Laufen:             1368,06 km

Rad:                   5223,07 km

Schwimmen:      134,90 km

 

Also auf dem Rad war ich wohl etwas faul, das Jahr. Letztes Jahr kam ich in weniger Zeit, da kein Rennrad da war, auf die gleichen Umfänge. Also ein guter Vorsatz für das nächste Jahr :-)

In diesem Sinne: GUTEN RUTSCH!

 

 

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